Reichs-/Fern-/Bundes- und Landstraßenrelikte
Straßenausbau führt in vielen Fällen zu einer neuen Trassenlage. So kann
in ganz Deutschland oft nahebei die Altstraßenführung vorgefunden werden - sie
dient dann als Parkplatz (bei Kurvenaufweitungen oder Trassierungsbegradigung),
als Felderzufahrt (natürliche Flurgrenze), als Radweg (bei längeren
Neubauabschnitten), als (nun) verkehrsberuhigte Wohn- und Spielstraße, in
seltenen Fällen als Werksgelände.
Die immer strengeren Umwelt-Gesetze verhindern seit wenigen Jahren ein Ausufern
dieser Verkehrsflächen, wodurch die unerträglich wachsende Bodenversiegelung
wenigstens etwas eingedämmt wird. Obiges Bild zeigt die B31 im Dreisamtal
nach ihrer Verlegung und Entwidmung - heute zeigt sich dieser Bereich
stellenweise mit vergrößerter Wiese "belegt", nurmehr Teile sind
(halbseitig entsiegelt und begrünt) als Radweg in Funktion.
Abertausende Kilometer suchende Benutzung von Straßen sowie
unzählige, reichhaltige und stimmungsvolle Bildzusendungen
lassen eine Unterteilung zweckmäßig werden; im Detail:
- Franken
drei Bezirke, viele
Bundesstraßen (teils schon abgestuft)
- Baden-Württemberg
von Murgtalstraße bis B31; von Graben-Neudorf bis Tamm
- Hessen alte B3, 8, 40, 42, 43, 45, 54, 255, 260, 417, (448), 485
(mit noch detaillierteren Unterseiten)
- Exkurs: Straßenrelikte in Frankreich
Einzelne
Eindrücke / Beispiele
Allgäu
Die Autobahn A96 München -
Lindau nähert sich mühsam ihrer Fertigstellung. Die in
dieser Relation verlaufende B18 -oftmals mit
"mittelneuen" Ortsumgehungen versehen (damit selbst
B18-Relikte vorhanden!) - kann entwidmet und mancherorts sogar rückgebaut
werden:
Um Gebrazhofen
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| Alte
B18: Beginn |
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gesperrte
Auffahrt |
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dito
Abfahrt bei Gebrazhofen |
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| Brücke
über Kreisstraße |
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ehemalige
Parkplätze |
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Ende
vor A96-Einschnitt |
Fotos: Wolfgang
Olbrich 2005
Zwei Jahre später
begann der Rückbau - in unterschiedlicher Schnelligkeit (Fotos
August 2007):
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| Topogr.Karten
stets etwas inaktuell, hier Vorteil; |
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Kirche
Gebrazhofen, Brücke ohne Deckschicht |
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Rückbau
nördlich Gebrazhofen |
Um Erkheim
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| Rechts
die neue A96 |
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Brückchen
über einen Feldweg |
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| Blick
von Wirtschaftswegbrücke |
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Die
uralte R/B18 am Kohlberg |
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Fotos:
Florian Weiss 2005
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Oberbayern
Im Donauried bei Neuburg a.D. traut man sich
kaum von Oberbayern zu sprechen; tatsächlich war hier bis zur Kreisreform
1972 Schwaben. Die "Donau-Bundesstraße" 16 hat über die
Jahrzehnte vielfältige Ausbauten erhalten; bei Straß
/ Unterhausen waren es sogar drei "Stufen", die zu
erwähnen es lohnt, zumal Relikte vorzufinden waren. Brandneu und noch
kaum in Luftbildern auszumachen (MapsLive
- schön gestern und heute im Vergleich) - die Umgehung Unter- und Oberhausen
südlich. Sie löst ab (neben den OD Linden-, Latour-, Hauptstraße) die
zweite Ausbaustufe, die -als Verlängerung der Umgehung Straß- nördlich
unmittelbar parallel zur Bahn Donauwörth - Ingolstadt gelegen hatte (Relikt
s.u.) und ihrerseits die Urführung durch Straß (Neuburger Straße) bzw.
heutige ND31 ersetzt hatte samt des Bahnüberganges, an dem ein schweres
Tankzugunglück zu beklagen war.
Von Stufe 1 überdauert: ND31 bis zum ehem. BÜ (Foto 1); Foto 2
und 3 zeigt entwidmete Straßenteile von Stufe 1 und 2 (nach Entfall BÜ durch
Nordumgehung Straß). Neu hier auch die ND31 (südlich der KBS, mit
Kurvenverbesserung wegen paralleler neuer B16 "Stufe 3") samt neuer
Brücke über Bahn, da auf Trassee der alten ND31 (diese Folge der Stufe 2,
BÜ-Entfall, neu/alter Nebenverkehr-BÜ am Bahnhof) neue B16 Stufe 3 gelegt
werden musste... Genug der Theorie - selber schauen ! Günstig von
UL, A, N, M erreichbar...
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| ND31 ist alte B16; Knick neu nach
BÜ-Aufgabe |
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Alte B16 nach BÜ-Entfall
(nördlich KBS und Straß) |
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Alte Warnbaken "Ende
Haltestreifen" (je 2007) |
Sachsen-Anhalt
Bei Tangermünde überquert die
B188 die Elbe. Diese Fernstraße ist in der Relation Stendal - Rathenow
nicht sehr historisch; erst die Ausweisung als Reichsstraße führte zum
Ausbau schlechtester Forstwege in der Heide bei Wust. Auch die erste
Elbbrücke als Ersatz der langjährigen Dampffähre fällt in die Zeit der
1930er; die alte Fährzufahrtschaussee auf Fischbecker Seite war somit nicht
mehr die R188. Als Ersatz der langjährigen Elbbrücke (bis 2004 abgerissen) und
Ortsumgehung steht seit 2001 eine großzügige Stahlbogenbrücke zur
Verfügung. Während an die alte Brücke (Pionier-Stahlkonstruktion nach
Kriegszerstörung der alten) selbst kaum etwas erinnert (Chance für Radweg
vertan!), können die Dämme und Abbiegerampen der alten Fern- und
Bundesstraße 188 im östlich des Flusses gelegenen Fischbeck
(Elbe) bewundert werden. Die uralte Chaussee südlich (zur damaligen Fähre) lebt auch als
"Fährstraße" bis in die Elbauen weiter. Die alte Straße
Richtung Osten (heute K1031 als später gebaute Straße Richtung Kabelitz)
zeigt sich als Feldweg: Verbindung zur langjährigen "mittelalten",
"kleinen" Umgehung - diese teilrückgebaut als Gewerbegebietszufahrt und
Radweg Richtung brandneuer, "großer" Umgehung. Sowohl in
Tangermünde (alte Hafenbahn) als auch in Fischbeck (Schönhausen - Jerichow)
sind Kreuzungen mit stillgelegten Bahntrassen das "Zückerli" -
Grund genug genau zu gucken:
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Tangermünde: die teilrückgebaute
alte R/F/B188
Zufahrt zur langjährigen Elbbrücke |
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Einschnitt der alten Hafenbahn;
B-Brücke abge-
tragen, dahinter Widerlagerrest Elbbrücke |
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Fischbecker Fährstraße, Blick
Tangermünde
Wurde durch Elbbrücke entbehrlich (je 2008) |
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| Im Flügelwerder (zwischen
Elbearmen) nur Wuchsspuren des alten F/B188-Brückenverlaufs |
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Hier war großzügige Abbiegekurve
nach S (rechts überwachsen) in die F/B 107 (Fischbeck) |
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Hier kam die Alleekurve 188 in die
107 herein;
Radwegspuren sind Orig. Nachwendeneu |
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| Stop für F/B188, da Vorfahrt für
F/B107 (Blick Elbe) |
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Hier ging die 188 über die 107 und
die alte Genthiner Bahn gen Osten; man erahnt ein altes
(bundesdt.) Straßenschild (je 2007) |
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Gegenblick 2008 über BÜ, B107
zur langen alten R/F/B188-Allee |
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Linktipp:
Hommage
an Tangermünde
mit vielen historischen Fähr- und Brückenbildern |
2008: Östlich Fischbeck -
rückgebaute F/B188
Richtung Wust; Radweg trifft bald auf brandneue B188 |
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Siehe auch Straßenrelikte im
Großraum Halle (Saale)
(R88, F100; Sachsen-Anhalt)
Hohenerxleben
ist ein alter Ort mit ehemaliger Ritterburg, heute Schlosstheater; die durchführende
L73 ist, da wichtige Autobahnanbindung
Stassfurts (nahe A14), jüngst verlegt worden. Somit findet sich am östlichen
Ortsrand ein historischer Bahnübergang mit der ebenfalls jüngst
stillgelegten Kanonenbahn nebst unidentifizierter Doppelruine:
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| Ehem.BÜ an der
Doppelruine... |
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...hier die Reste der
Kanonenbahn, und das... |
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...östliche Ende der
alten L73 (2009) |
Sachsen
Entlang der uralten und engen
Autobahn Hof - Chemnitz (A 72), die selbst zur Zeit der
Deutschen Teilung unfertig und teils unbefahrbar gewesen
ist, finden sich zwei Relikte alter Straßen: in Plauen-Klein Friesen erinnert eine gepflasterte Straßenkurve an
die Kurve der alten Reichsstraße 173 vor ihrer
Begradigung; sicher ist an dieser Stelle Verkehr der alten R169
in die lange und bekannte Fernstraße gemündet, auch wenn
letztere nahebei direkt ins Zentrum der Vogtlandmetropole
strebte (heutige B169 ist viel weiter östlich, in
Neuensalz mit der B173 verknüpft). Kurz vor Chemnitz
schließlich war 2004, kurz vor dem zeitgemäßen Ausbau der
alten Reichsautobahn, ein gemauerter Bogenrest dokumentierbar,
der von der alten Chaussee / Allee Oelsnitz - Thierfeld
zeugt, die an dieser Stelle die Autobahn kreuzte oder kreuzen
sollte. Unweit östlich ist schon lange (an der AS
Hartenstein) der Verkehr dieser Relation
unterwegs; die alte Allee ist als Feldweg im urtümlichen
Zustand sehenswert.
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| Uralte
R/F173 bei Klein Friesen |
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Brückenrest
über A72 nahe Hartenstein |
Am Westrand der sächsischen
Stadt Reichenbach / Vogtland verbindet der "Talweg"
das DDR-Platten-Neubaugebiet mit der im Tal verlaufenden
Bundesstraße. Tatsächlich treffen in dem
Verdichtungsraum die alten Reichs- bzw. Fernstraßen 94 und 173
(heute: B17?!) zusammen, die als "Klinkhardtstraße"
ein Stück gemeinsam das Stadtzentrum passieren. Noch in
den 1920ern quälte sich der Verkehr ein Stück westlicher den
Berg hoch, durch einen engen Einschnitt und über die mächtige
Brücke über den Raumbach; in diesem Abschnitt Hof - Zwickau
firmierte die Chaussee sogar als Reichsstraße 2 (bis
ca.1937, womit einmal mehr die "verlegungsreiche"
Geschichte der R/F/B 173 auffällt). Ihr altes Trassee
fungiert schon seit DDR-Zeiten als reizvoller Spazierweg:
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| Talweg
inmitten Neubaugebiet / Park |
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die
alte R2-Kurve (hinten) |
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Mächtige
Brücke am alten E-Werk |
In Sachsen sind die
"Landesstraßen" analog zu Bayern
"Staatsstraßen", hier noch besonders gewürdigt durch
spezielle grün-weiße Schilder; die
S 38 fungiert bei Mutzschen
auch als Zubringer zur A14. An der Kreuzung mit der K3832
ist der historische Straßenverlauf aber unglücklich Richtung
Wetteritz - Grauschwitz orientiert, so dass zunächst eine den
Verkehrsströmen angepasste "Kreuzungsumgehungskurve"
(noch in GoogleMaps
sichtbar!) in die Felder gebaut wurde, um 2006 jedoch eine noch
großzügigere Staatsstraßenumgehung in Betrieb genommen werden
konnte. Die neue Teerung des alten Stückes
("Dorfstraße") dient nun als Lkw-Kleinpausenplatz,
die Kreuzung sieht eine andere Vorfahrtsregelung:
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| Ehem. S38,
ehem."Dorfstraße", Blick West |
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Ex-S38 - geradeaus
ist Gemeindestraße (Ostblick), je 2007 |
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Erzgebirge - Verkehrshindernis
ersten Ranges, stellenweise gelindert, so nahe Zschopau, wo ein
ganz prägnantes aufgegebenes Bundesstraßen-Kreuzungs-Ensemble
exisitiert. Also: bei Gornau
kreuzen sich die alten Reichs-, Fern- und Bundesstraßen 174
(.. Chemnitz - Zschopau...) und 180
(...Flöha - Stollberg...). Erstere, immer verkehrsbedeutender,
erhielt schon zu DDR-Zeiten stellenweise schnellstraßenartige
"Ehren"; heute ist sie recht gut ausgebaut, besonders
um Zschopau. Recht neu die aufwändige Umgehung der Talsenke bei
der Siedlung Ruhebank; erklärungsbedürftiger aber die
Situation der R/F/B 180. Noch bis um die Jahrtausendwende
verlief sie "überlagert" ein Stück über die B174
(Chemnitzer Straße), um auf der Höhe nahe Ruhebank -an einem
alten Verkehrsstein (Postmeilensäule?) ihren Weg Richtung
Dittersdorf bergabwärts einzuschlagen. Uralte
Wegverbindungen (so in Gornau die "Alte Chemnitzer Straße"
oder die "Dittersdorfer Straße" -heute Sackgasse-)
sind also keine "neuzeitlichen Fernstraßenrelikte".
Umso "wertvoller" die derzeitigen Relikte: während
die heutige B180 direkt gen Dittersdorf strebt (um an der ganz
großen neuen B174 kreuzungsfrei angebunden zu sein), dient alte
B174/180 noch als Zufahrt der Siedlung Ruhebank, ist die alte
B180 ab alter Kreuzung nurmehr Waldwegstumpf (wird vom
Einschnitt der neuen B174 "geschluckt") oder verlieren
sich beide stellenweise "kommentarlos" in Wald oder
Busch...
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| Hier war einst B174
und B180 |
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Ende der B174 unter
neuer B174, Blick Nord, nahe Ruhebank |
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Hier trennte sich
einst die B180 Richtung Südwest
von der B174 (vorne) |
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1995 eingestellt,
schon ein enger Waldweg (je 2008)
In 50m ist Einschnitt der neuen B174 |
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Thüringen
Ganz im Norden, nahe Harz und Kyffhäuser liegt Sondershausen,
und hier die B4. Seit kurzem ist eine großzügige
westliche Umfahrung in Betrieb, das alte Straßenstück der B4 (mit altem BÜ
der KBS 601) ist teilrückgebaut und nicht einmal radwegtauglich, gerade wegen
der unglücklichen Situation des BÜ und der neuen B4:
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| B4, am letzten
Abzweig, Beginn Sperrung |
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Einst beeidruckende
Kurvenüberhöhung |
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Der alte BÜ und der
Rest von B4n verdrängt ('09) |
Thüringer Schiefergebirge
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| Linkenmühle:
Alte Straße mit im Krieg gesprengter Brücke über die
Hohenwarthe-Talsperre; noch heute Fähren-Ersatz |
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Suhl-Friedberg (2005):
Straße, nachwendeneu zu Gewerbegebiet, endend im Nichts.
Grund: Brücke über die Friedbergbahn erhielt südlich
Pendant über A73 (im Einschnitt); Sommerbergstraße nun
mit großzügigerer Kurve. |
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Greiz-Göltzschmühle
(2006):
diese vorbildlich abgeplankte und mit Begrenzungspfosten
gesicherte Straße bestand so nur wenige
Nachwendejahre; die heutige Werkszufahrt liegt nun
auf der anderen Flussseite, auf dem Trassee eines
stillgelegten Anschlussgleises....
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Überwachsende Rampen mit nicht
mehr vorhandener Brücke über Bahnlinie sind Zeugnisse der
alten Ortsstraße Schwarza - Unterwirbach; laut neuerer TK25 dürfte
sie erst seit wenigen Jahren aufgegeben worden sein, der
Augenschein legt eine längere Wüstungszeit nahe:
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| Eine alte Rampe,
aber... |
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...verschwundene Brücke
über KBS 561 |
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Ganz nah am Dreiländereck
vorstehenden Mitteldeutschlands findet sich bei Prößdorf
(Meuselwitz / Lucka) eine Straßenbrückenruine. Sie trug
bis nach der Wende die Ortsverbindungsstraße Falkenhain -
Prößdorf über eine (nun auch stillgelegte) Tagebaubahn.
Sehenswert weil auch durch die L1361 als OU
"abgeschnitten":
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| Neue L-Umgehung
trennt... |
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...wie die marode
orig. DDR-Brücke die alte Straße |
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Einschnitt der
aufgegebenen Tagebaubahn (2006) |
Mecklenburg-Vorpommern: Insel
Usedom
Am südöstlichen Zipfel der Halbinsel will
sich nicht so recht eine "historische" Stimmung einstellen (es boomt
seit Schengen beidseits reger neuer "Grenzverkehr"), trotz der
folgenden interessanten Tatsachen: kurz vor dem einst preußischen Swinemünde
findet sich das Swinemoor (bzw. der Zerninsee, ein Naturdorado); an seiner Südseite,
ganz nah zur alten Berliner Hauptbahn (nach Kriegsende verfallen) vermittelt
die alte Reichsstraße 110 den Verkehr mit
Vorpommern über die Halbinsel. Sie machte einst eine Doppelkurve, ganz
nah zu einem alten Bahn-Haltepunkt, auch ein Ghs, eine Rest(auration) und eine
Torfgräberei sind in alten Karten verzeichnet. Tatsächlich findet man heute,
an wenigen Teerresten, einige neuzeitliche Gebäuderuinen (alte Grenztruppenhäuser?),
obwohl die DDR-Fernstraße 110 (und heutige B110) keinen öffentlichen Grenzübertritt
erlaubte (erst seit 2007 beschränkt, heute europaoffen). Seit vielen
Jahren verläuft besagte Fernstraße nördlicher, direkter...
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| Ehem. R110 von
Westen, rechts kommen... |
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...Gebäuderuinen,
sichtlich 1920 bis 1940er... |
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...Baujahr; sie
liegen zwischen alter Straße und... |
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| ...alter Berliner
Bahn nach dem nahen Swinemünde |
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Die alte R110 von
Osten, je 2008 |
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Schleswig-Holstein: Reliktdorado Lübeck
In und um Lübeck finden sich einige prägnante
Verkehrsrelikte, wohl auch Folge der bedeutenden (verstreuten)
Ostseehafenanlagen sowie der damals einzigartigen innerdeutschen
Großstadt-Grenzlage. Zur bekannten Altautobahn um Dänischburg und
Siems gesellen sich im Stadtteil Herrenwyk verschiedenartige Überreste im
Zuge der B75. Diese vermittelt den Verkehr zwischen Zentrum und
Travemünde (bzw. Timmendorfer Strand). Die Querung des von (hohen)
Seeschiffen befahrenen Trave-Arms (Lübeck-Innenhäfen) als neuralgischer
Punkt endete erst 2005 mit Errichtung des (mautpflichtigen)
Herrentunnels. Zuvor waren eine Drehbrücke (Stahlfachwerk) ab 1902 und
ihr Nachfolger, die berüchtigte marode Herrenbrücke als Klappbrücke mit
massiven Betonpfeilern seit 1964 unter Verkehr. Wir stellen
fest: die alten Zufahrten zur "Urbrücke" sind als
Straßenstümpfe "reliktisch" vorhanden "An der
Herrenbrücke", nicht aber die zuletzt bei "Brücke 2"
verwendeten Großrampen; auch die Bauteile dieser Herrenbrücke werden restlos
beseitigt, im Juni 2007 waren nurmehr Fundamente der Pfeiler zu fotografieren:
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| Ehem. R und B75, Herreninsel... |
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...dito uralte Brückenzufahrt
nördlich der Trave |
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| Das ist Geschichte (Foto: brueckenweb.de) |
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...letzte Reste im Juni 2007 |
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Im Zuge des autobahnähnlichen Herrentunnel
mussten Anpassungen der Rampen sowie der Anschlussstelle Lübeck-Siems
vorgenommen werden. Die Anwohner der Siemser Landstraße und des
Mümmelmannpfades werden das Verschwinden der Schnellstraße mit ihrer
Anschlussstelle (von Zebrastreifen gekreuzt!) herbeigesehnt haben:
Hamburg: Altenwerder, alte
Orts- und Verbindungsstraße
In Hamburg-Altenwerder wird bekanntlich ein großer
Containerhafen gebaut, wozu das alte Dorf an der Süderelbe weichen
musste. Die Randlage der Kirche mit Friedhof lässt es zu, dieses
Ensemble einsam in der Landschaft zu belassen, womit die alte Ortsstraße
(Altenwerder Kirchweg) und die alte Verbindung nach Moorburg (Kirchhofweg)
"weiterleben", letztere freilich nicht ohne massivste Sperrung, um
evtl. Baufahrzeugen oder Heimatforschern die Durchfahrt zu nehmen:
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| Hier war einst ein Dorf, die
Kirche vereinsamt... |
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...die alte Straße nach Moorburg
"gesichert" (2007) |
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Nahebei: Rest des alten
"Altenwerder Kirchweg" |
Der Knoten Finkenwerder (AS Hamburg-Waltershof)
bzw. seine massiven Verknüpfungsverbesserungen hinterließ ebenso alte Straßenteile...
NRW: alte
Autobahn-Anschlussstelle Bonn/Siegburg (A3)
Nach Errichtung der aus- und neuerbauten B8
(und Aufstufung zur A560) ist die alte AS durch das unweit südlich liegende
Autobahnkreuz gleichen Namens ersetzt worden; die alten Rampen dienten (bzw.
dienen im Falle FR Nord) der hier ansässigen Autobahnmeisterei als
Direktzufahrt und waren 2008 teils wüstliegend beobachtbar:
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| alte AS Bonn/Siegburg, ab/zu A3
Ri. Süd |
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Blick aus Köln kommend, zur B8,
jetzt Parkplatz (08) |
Rheinland-Pfalz: alte Siegbrücke Wissen
Nach Bau der neuen und heutigen
Siegbrücke dient das südliche Widerlager der wenig westlich
gelegenen uralten Sieg-Straßenbrücke nun einem Gasthaus als
Freiterrasse - eine bemerkenswerte Karriere:
Exkurs - Straßenrelikte
in Grenznähe
Tschechien - Karlovarský kraj - Cheb (Eger):
alte Fernstraße 21
(E49)
Im Egerland (Region Cheb) verbindet
die Straße I.Klasse Nr.21 (zugleich Europastraße 49) u.a. die
berühmten Kurbäder Marienbad und Franzensbad. Nach der
europäischen Wende und Einigung hat die Verkehrsexplosion auch
und besonders in dieser grenznahen Region zum Neubau von
Umgehungsstraßen geführt. Zunächst um Cheb wegen des
Stausees Jesenice nach Osten abgedrängt, ist die Straße 21
neuerdings in der neuen Cheber Schnellstraße R6
"aufgegangen", im Norden nach Fertigstellung der
Franzensbader Umgehung und Errichtung der "vollwertigen"
Anschlussstelle Franzensbad Süd konnte der alte Zufahrtsast Střížov
stillgelegt werden, womit ein Stück alte Fernstraße wüst
darniederliegt:
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| Střížov, Blick Süd (AK Cheb) |
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Die alte E49, Blick Nord (Franzensbad) |
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Nur einen Steinwurf westlicher
lenken ausgeprägte topografische Sonderzeichen (auf den Karten)
den Blick auf das hier wohl berühmteste "Relikt": den
unvollendeten Erdarbeiten der Reichsautobahn Richtung Karlsbad
"Sudetska". Der einst geplante und begonnene Verlauf lässt
sich um Doubí - Lesinka - Lesina bis etwa Vackovec
"nachweisen" und ist -schwer fotografierbar- als lange
"Waldlinie" im ansonsten ackerbaulich verwendeten
Egerland erkennbar. Bei Skalka / Komorní jedoch liegt auf
der alten Trassenführung eine LPG(-Ruinen)-Zufahrt, die recht
neue (derzeit noch einbahnige) Schnellstraße 6 (E48) sowie ein
noch in den wenigsten Karten verzeichneter (Grenzlage!)
Anliegerweg zur Ortswüstung Markhausen (Pomezná) - er wird
jedoch als Zugang zum Hochgeschwindigkeitsfernradweg (häufig auf
altem Grenzkontrollweg) 2063 / ICG künftig wichtiger...
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| Sudetska hier nördlicher als
heutige E48 |
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...sie 2007 noch einbahnig,
rechts ist Alttrasse |
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"Offroad" Richtung
Pomezná, je 2007 |
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