Mittellandkanal


Versuche der bis heute nicht realisierten Anbindung Leipzigs an das deutsche Wasserstraßennetz sind in verschiedenen Reliktformen noch heute zu erkennen:

Der Karl-Heine-Kanal in Leipzig

Bereits Mitte des 19.Jahrhunderts begann im Stadtgebiet Leipzigs der Bau eines Kanals der von der Elster Richtung Osten zur Saale führen sollte; finanzielle Schwierigkeiten führten insgesamt zwei Mal zur Baueinstellung, sodass sich heute nurmehr gut 3km Kanal durch den Stadtteil Lindenau schlängeln.  Eine kürzliche Restaurierung lässt die teilweise ästhetische Jugendstil-Bausubstanz (Brücken, Ufereinfassungen) wieder gut zur Geltung kommen.

Bilder folgen

Linktipp:  www.ostwall.com

 

Der Elster-Saale-Kanal

Im Rahmen des Mittellandkanal-Gesetzes von 1920 war endlich der Anschluss Leipzigs an die auszubauende Saale (und damit an die nahe Elbe) über einen West-Ost-Kanal vorgesehen.  Die lediglich 20 zu überbrückenden Kilometer vom neuen Hafen Leipzig-Lindenau bis zur Saale bei Leuna waren zwar im landwirtschaftlich genutzten Leipziger Becken nicht von unüberbrückbaren Schwierigkeiten geprägt, erforderte dennoch eine Großschleuse aufgrund der zu überwindenden knapp 20 Höhenmeter.  In der Bauzeit zwischen 1933 und 1942 konnten immerhin 12km im Erdbau fertiggestellt werden, dazu eine Reihe von Kreuzungsbauwerken (Wegebrücken sowie Dammunterführungen) sowie als beeindruckendstes Relikt die Bauruine der Großschleuse bei Kreypau-Wüsteneutzsch.

Die funktionslose Stahlbrücke des Schladebacher Weges (einstige Straßenverbindung Zöschen - Schladebach)

Alter Ortsverbindungsweg nurmehr schlechter Feldweg Unten ein zuwuchernder Einschnitt

Reste der projektierten Brücke im Zuge der Straße Wallendorf - Kötzschau

Betonbrocken wie hier das nördliche Widerlager finden sich direkt neben der Landstraße; hier dienen die sandigen Böschungen des Kanalrelikts Motocross-Übungen

Die Ruine der Schleuse Kreypau

Ruinen in malerischer Umgebung Gewaltige Betonwände Geschütztes Biotop

Zwischen Güntersdorf und Leipzig ist der Kanal fertiggestellt und geflutet; mehrere Kreuzungsbauwerke, darunter der Tunnel der B186 bei Dölzig, die Brücke der A9 oder der Saalebahn (Leipzig-Großkorbetha) stehen instandhaltungsaufwändig unter Verkehr.

Ruinösen Charme bot lange Jahre der tote Hafen in Leipzig-Lindenau, derzeit in Stadtentwicklungsmaßnahme.
Ein Feldbahntunnel unter der Lyoner Straße verdient darüber hinaus Beachtung.

 

Siehe auch unvollendete Teile des Saalekanals bei Halle im Rahmen der Integrativseite Halle (Saale)

 

 

 

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