Mittellandkanal
Elbe-Havel-Kanal bei Hohenwarthe


Der unvollendete Elbe-Havel-Kanal

Das Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr.17 steht unter Verkehr.  Lange Jahre waren zwischen Hohenwarthe und Niegripp unweit von Magdeburg verschiedene Relikte vorzufinden, die von einem aufgegebenen Kanalprojekt kündeten:  in den 1930ern war begonnen worden, den Mittellandkanal mit dem Elbe-Havel-Kanal mittels Elbbrücke und Hebewerk zu verbinden um den Schiffen den Umweg über das Hebewerk Rothensee, die Elbe und die Schleuse Niegripp zu ersparen.  Der Krieg hatte auch hier die Baueinstellung zur Folge; erst nach der Deutschen Einheit nahm man sich dieses klugen Lückenschlusses wieder an.
Fertiggestellt waren zuvor die Kanaltrasse im Erdbau samt gewaltiger Dämme, begonnen die Elbequerung mit Betonwiderlager und einzelnen Tragbögen (1998 gesprengt) sowie Fundamente des geplanten Schiffshebewerkes.
Kaum bekannt und unauffällig der Verlauf des alten Eisenbahndammes vor Verlegung der Strecke  (mehr  i.V.).

1997: Kanaltrog, Widerlager alter Straßenbrücke   2002: Kanaltrasse vor Bauvollendung
Alte Straßenbrücke (1997) gleicher Standort 2002

 

Die Ruine des Doppel-Hebewerkes Hohenwarthe

Rund ein halbes Jahrhundert lang befanden sich unweit der Schleuse Niegripp die Reste des Hebewerkes.  Ein klassischer lost-place, lange bevor es den Begriff gab.  Beseitigt vor Baubeginn der neuen, heutigen Großschleuse Hohenwarthe Ende der 1990er.
Das historische Bildarchiv der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes und ihrer Vorgängerbehörden ist als öffentlicher Pool eine Fundgrube.  Die Bilder stehen unter der
Lizenz CC BY 4.0. :

 
  Quelle (3):  Bildarchiv der Bundesanstalt...   ...für Wasserbau (BAW)

 

 

 

 

 

 

 

Rest der Kanalbrücke über die Elbe

Widerlager und Vorlandbrücke mit Betonbögen waren fertiggestellt;  erst gegen 1998 beseitigt.  Der Neubau der heutigen Kanalbrücke fand Anfang des neuen Jahrtausends statt.

 
Blick zu Resten Elbquerung Hohenwarthe Quelle: Archiv BAW, CC BY 4.0   Blick vom Kanalstumpf gen Elbe (1997)


Die alte Schiffshebewerk-Webseite von Günter Ringe ist leider verschollen.

 

Der alte Ihlekanal

Die erste Verbindung von Elbe und Havel über Ihle- und Plauer Kanal (also über Genthin nach Plaue / Havel) datiert aus dem 19. Jahrhundert.  Als ab den 1920ern der Ausbau der Wasserstraßen erfolgte, wurden beide zum Elbe-Havel-Kanal ausgebaut - nach Ausbauten und Verlegungen von Schleusen entstanden also "Relikte" in Form verlassener Kanalstücke, verfallender Schleusen und abgetragener Kanalbrücken.  Ein erster kurzer Fotohalt entstand 2007 im Zuge einer ungeplanten Großtourunterbrechung:

Das nördliche Kanalstück in der alten Schleuse endend   Ein Widerlager der alten L52-Brücke über dem Kanal Ein Ziegelmauerrest

Die Situation heute:  befahrbar im Unterwasser "Altstrecke Ihlekanal Niegripp", abgeböschte aufgefüllte Schleusenkammer;  das Oberwasser wassergefüllter Totarm bis zur neuen "Dammquerung" der L52; Rest des Niegripper Altkanals befahrbar, mit Sportboothafen.  Ebenso überdauert ein Schleusenwärterhäuschen.

Das Unterwasser, hier...   ...Blick Richtung Elbe (nur ca. 600m entfernt) Aufgefülltes Schleusenbecken
Das Wärterhäuschen...   ...die leere Schleusenkammer... Blick zum Oberwasser (je 2020)

Nach Ausbau des Plauer Kanals samt neuer Streckenteile zum heutigen Elbe-Havel-Kanal ist der alte Ihlekanal entbehrlich geworden;  man nennt ihn heute Bergzower Altkanal:  verlandend und abgeschnitten bei Güsen, die alte Hüsickenbrücke mit geringen ruinösen Mauerresten;  die alte Bergzower Schleuse morbid-ruinös, ab Unterwasser kleine befahrbare Stichstrecke mit vielen Sportbootanlegern.

Reste des...   ...Umlaufkanals Schleusenkammer...
...mit Blick gen Oberhaupt, dort endend   Neuer Steg über der Kammer Unterwasser, Ende des Stichkanals (je 2020)

Der letzte Ausbau des neuen Elbe-Havel-Kanals fand gegen 2015 statt.  Hierbei wurden die alten Reste der Ihleburger Schleuse freigelegt und schließlich beseitigt.  Ein Denkmal an der kleinen Schleusensiedlung erinnert an sie.
Linktipp mit Fotos: 
https://de.wikipedia.org/wiki/Schleuse_Ihleburg

Weitere attraktive Ziele in der Region sind:   Reste der alten Schleuse Neuderben (am Pareyer Verbindungskanal), der Niegripper See (Campingplatz, Badestelle mit Ruine eines Wachturmes und netter Cafeteria), alte Leinpfadbrücken an der Schleuse Zerben - und natürlich viele alte Bahnstrecken (siehe unter bahn/elbehavel).

Linktipp:

 http://www.lothar-specht-parey.de/index.html      Hommage an Heimat
https://izw-medienarchiv.baw.de/search     Die Fundgrube:  Archiv der Wasserstraßenverwaltungen

 

 

 

 

 

 

Jede (Mit-) Haftung für Fehler oder Inhalte externer Seiten ist ausgeschlossen.
Hinweise, Kritiken, Bildangebote und -anfragen willkommen per email