So vielfältig die Landschaften
Europas, so vielfältig die Bahngesellschaften waren und sind, so vielgestaltig
begegnen uns aufgelassene Eisenbahntunnel. Waren es wohl Luxemburg und
Belgien, die zuerst und konsequent Bahntrassenradwege "installierten",
oft aufwändig über Viadukte und durch dunkle Tunnel, so finden sich heute,
nach starker Förderung durch die EU, praktisch in allen Ecken der Union und
sogar in der Schweiz, reizvolle Bahnwege mit teils feudaler Tunnelbeleuchtung,
was die Erreichbarkeit dieser architektonischen Relikthighlights fördert.
Mit den Vias Verdes in Spanien kommen nun Bahntrassenwege in außergewöhnlicher
Landschaft hinzu; in Deutschland gelangt der Pedaleur nun (wieder) in einst völlig
abgeschiedene Mittelgebirgsgegenden.
Für jene Länder, die das
verkehrsrelikte-team nicht regelmäßig besucht, seien wenige Tunnel-Beispiele
vorgestellt, die ebenfalls en passant entdeckt und bewundert werden konnten:
Großbritannien
Ganz in der Nähe des
"Haupteinfalltores" der Insel, also dem Fährhafen Dover und dem
Eurotunnel-Terminal Folkestone, finden sich zwei alte stillgelegte Bahntunnel.
Die Strecke von Folkestone gen
Norden über Lyminge ist nun großteils der Wanderweg Elham Valley Way; die
Trasse wurde vom Eurotunnel-Terminal großflächig überbaut und ist im südlichen
Bereich noch weitenteils verwuchernde Brache. Der kurze Etchinghill-Tunnel ist
privat und vergittert:
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| Das Nordportal 2009 |
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Nahebei vermittelte eine kurze
Stichstrecke ab Sandling auch dem Küstenort Hythe eine Bahnverbindung; hier ist
der kurze Tunnel im Hean Wood ungenutzt brachliegend; der auf der Trasse
liegende Wanderweg umgeht ihn:
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| Zunächst Weg, dann... |
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...feuchte Brache (2009)
(Westportal) |
Spanien
Zwischen den Metropolen Madrid und
Valencia ist eine Hochgeschwindigkeitsstrecke vor der Fertigstellung. Die
alte elektrifizierte Strecke führt umwegreich über Albacete und den weiteren
Schlenker bei la Encina; hier ist seit wenigen Jahren eine Linienverbesserung
unter Verkehr, wodurch der alte Tunnel südlich La Font de la Figuera
aufgelassen werden konnte. Jedoch wird auch die neue Strecke nahebei noch
großzügiger mit ebenjener (normalspuriger) SFS ergänzt werden, samt derzeit
in Bau befindlicher Abzweige und Verknüpfungen. Die alte Trasse liegt
brach und ist von der wichtigen Fernstraße N344 (u.a. mautfreie Verknüpfung
Elx - Valencia) nicht zu verfehlen:
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| Blick über Alttrasse nach Norden |
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Das Nordportal 2009 |
Die untere Ebro-Talbahn verband einst u.a. Alcañiz
und Tortosa und ist seit einigen Jahren der wunderschöne Fernradwanderweg GR99
Camino Natural del Ebro, samt mächtiger Viadukte und zahlreichen Tunnels.
Bei Xerta liegen einige direkt neben der Fernstraße C-12: