Die Tunneldatenbank.

 

Eisenbahntunnel in Baden und Württemberg

Das Tunnelparadies in Deutschland heißt Baden-Württemberg.  Jeder dritte "klassische" Eisenbahntunnel mit Personenverkehr befindet sich im Ländle.  Da die tunnelreichen Strecken hier zumeist Hauptbahnen sind, ist in Schwaben und Baden die Zahl stillgelegter Bahntunnel verhältnismäßig klein.  Die wichtige Schnellbahn Stuttgart-Ulm inklusive des Milliardenprojektes Stuttgart 21 strebt ihrer Bauaufnahme entgegen; dazu sind im Rahmen von Ausbaumaßnahmen (Rheintalgüterbahn, Rastatt) weitere Neubautunnel im Projektstadium.

175  betrieben im Personenverkehr
An Tunneltraumstrecken sind zu nennen die Neckartalbahn (acht), die Höllentalbahn (14), die Murgtalbahn (zehn) und als Krönung Deutschlands tunnelreichste Strecke überhaupt: die Schwarzwaldbahn Offenburg-St.Georgen hat nicht weniger als 39 (!!) Tunnel zu bieten.
Die Schnellfahrstrecke Mannheim-Stuttgart steuert 15 Tunnel bei; die S-Bahn in Stuttgart durchquert drei "eigene" Tunnel.  Fotogenster Tunnel ist sicher der Kirchheimer mit seiner später hinzugekommenen zweiten Röhre in den Weinbergen, aber auch so mancher Felsdurchstich der Höllentalbahn hat seinen ganz speziellen Reiz.  Neige-ICE-Betrieb auf der Gäubahn (Stuttgart-Zürich) durch alte Tunnel ist ebenso erwähnenswert.

   

1  betrieben im Güterverkehr
Einzig die Hohenzollerische Landesbahn bedient den Haigerlocher Tunnel (Eyach-Hechingen) nurmehr im Güterverkehr wobei offenbar Museumszüge sporadisch "mitspielen".

   

21  stillgelegt
Bedeutendste Tunnel (nun für den Straßenverkehr) sind die im Heidelberger Stadtgebiet liegenden Gaisberg- und Schloßbergtunnel.  Längster mit 3169m ist der Großherzog-Friedrich-Tunnel der Strategischen Bahn im Hotzenwald, wo sich dazu mit den sechs Tunneln der Sauschwänzlebahn (darunter ein Kreiskehrtunnel) im Museumsbahnbetrieb ein Höhepunkt anbietet.  Zwei Tunnel bei Calw stehen samt ihrer Strecke unter Denkmalschutz, was sich auch für die drei Tunnel der alten badischen Hauptbahn Aglasterhausen-Neckarelz anbieten würde.  Mit dem Hepschinger (ehemalige Schmalspurbahn Zell-Todtnau) und dem Autunnel bei Gosheim finden sich nur zwei Radwegtunnel in der teuflisch guten Stube.  Alter Schwaikheimer (S-Bahn nach Backnang daneben), Kocherburgtunnel (Härtsfeldbahn), Kirchbergtunnel in Schiltach (früher Verbindung nach Schramberg), Schloßbergtunnel Wertheim und Heilbronner Lerchenbergtunnel runden das Bild ab.

   

9  unsichtbar
Während im verbauten Maulbronner Tunnel Wein lagert, durchrauschen Fernzüge die Stellen der abgetragenen Tunnel Kaufwald (Stuttgart-Zürich) und Kaiser (Schwarzwaldbahn); der Spitaltunnel in Heidelberg ging im Schloßberg-Straßentunnel auf.
Weniger bekannt der schon in den 1920ern im Neu- und Ausbau des Stuttgarter Hauptbahnhofs beseitigte Galgensteigtunnel (Verbindung alter Gbf - Cannstatt) oder die vier Doppeltunnel unter der Ulmer Bundesfestung (beseitigt 1907 bzw. 1932)

Literatur:
Günter Dutt, Ein Streifzug durch 150 Jahre Tunnelbauwerke in Württemberg in: DGEG Jahrbuch 28 (1996).

Tunnel-Galerie

 

 

 

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