Thüringer Wald.  Der Nordwesten.

Wutha - Ruhla
Diese wenige km lange Stichstrecke zum Fabrikort Ruhla am Fuß des Thüringer Hochgebirges verlief großteils direkt neben der Straße; bei Farnroda ist der hohe Damm als Feldweg Richtung Wutha erhalten.  2002 erinnerte noch ein Schienenrest an den alten Bahnübergang mit der B7 (Foto rechts); heute freilich ist diese saniert, muss man sich zum nahen Erinnerungsensemble begeben, wo mit Tafeln und Signalen nett an die Strecke erinnert wird.
Linktipp:  Streckenbeschreibung mit weiteren Relikten auf www.vergessene-bahnen.de

Fröttstädt - Friedrichroda - Georgenthal
Auch wenn der mondäne Staatsbahnhof Reinhardsbrunn-Friedrichroda direkt neben dem Haltepunkt der Thüringer Waldbahn noch physisch vorhanden ist, zeitweise sogar Taktverkehr mit brandneuen VT641-Triebwagen angeboten wurde, kann nicht darüber hinweg getäuscht werden dass die Zeit dieser einst nach Georgenthal führenden Strecke vorbei ist.  Von letzterem Teilstück - bereits 1947 eingestellt - überdauert im wesentlichen der Viadukt bei Ernstroda als Träger eines Radweges; in ersterem waren noch 2001 "Pfefferminzbonbons" am Tunnel zu bewundern - eine letzte Renaissance der Ferkeltaxen lohnte immerhin einen Besuch.

Friedrichrodaer Tunnel
Fröttstädt - Friedrichroda
DB-Ferkeltaxe: Baureihe 772
Weiterführung gen Georgenthal:
vom Wald verschluckte Wegüberführung

Vor Ernstroda beginnt ein Radweg auf der Trasse, fürht über einen Bachdurchlass (der einst sogar einen geländergesicherten Weg bot) und überquert auf dem Sandsteinbogenviadukt die Straße von Friedrichroda.
Während das alte Bahnhofsgebäude von Schönau samt planer Fläche noch vorhanden ist (privat), ging die Trasse südöstlich Schönau v.d.W. in riesigen LPG-Feldern auf.  Auch alte Waldwegbrücken am Hirzberg sind verschwunden, erst kurz vor Georgenthal ist ein sehr überwucherter Bahndamm vorzufinden.


Zum Jahresanfang 2007 erlaubte die Rodung vor dem Radwegbau auf diesem jahrzehntelang dahinwuchernden Abschnitt ein bequemes Erreichen des markanten Streckenabschnitts am Hirzberg.  Sogar Widerlager- und Pfeilerfundamentreste des östlichen Weges (total verwuchert abgegangen, letzte Hangschutzsteine) waren dokumentierbar - der "große" Waldweg jedoch ist nach Abtragung der Brückenreste "tiefergelegt" worden, um das Trassee zu kreuzen.  Nun werden sich an dieser Stelle wieder zwei Verkehrswege, aber niveaugleich kreuzen:

Neben der Feriensiedlung Eisenbahnreste
Freigelegter Einschnitt Die Reste der Waldwegbrücke

Ein Bahnbrückenwiderlager im Wald unweit der Annäherung an die Strecke von Gotha entpuppt sich als Doppelrelikt:  der Bach ist der Floßgraben, den Herzog Ernst der Fromme 1679 anlegen ließ, um Teile der Apfelstädt (die nach Erfurt fließt) über Emleben in den Leinakanal umzuleiten - der seinerseits das Wasser der Leina (statt über die Hörsel nach Eisenach) seit dem 14.Jahrhundert (!) nach Gotha leitet - und damit die Wassernot der Residenzstadt endgültig zu beseitigen vermochte:

Georgenthal - Tambach-Dietharz
Die gut 6km lange Stichstrecke war 1892 eröffnet und schon 1969 im Personenverkehr stillgelegt worden.  Nach Einstellung des Güterverkehrs 1995 wurde bald das Endbahnhofsareal dem Erdboden gleichgemacht und mit einem Supermarkt besetzt.  Ein Verein  (Linktipp  www.hirzbergbahn.de ) hält die Geschichte der kleinen Strecke hoch; während ein Museumsbahnbetrieb bis heute offenbar nicht realisiert werden konnte, lohnt das direkt an der Strecke gelegene Gelände der Lohmühle mit verschiedensten Freiluftthemen zu einem Besuch.  Hierhin hat sogar rollendes Material seinen Weg gefunden wenn auch offenbar nicht "streckentreues".  Die Trasse selbst ist entwidmet (was insbesondere für die Bahnübergänge gilt), aber noch in einem sehr ansehnlichen Zustand.  Die Führung mitten durch den Grund des alten Zisterzienserklosters Georgenthal ist allemal einen häufigen Besuch wert:

Durch das Klostergelände, hier Kornhaus Trassenspaziergänger
Lohmühle: Freilichtmuseum  (je 2007)

 

Schmalkalden - Kleinschmalkalden
Kleinschmalkalden - Brotterode
Beide Strecken erduldeten im Sommer 2002 ihren endgültigen Abbau.  Der Rettungsversuch 1996 der "Rennsteigbahn AG" war leider nicht von Erfolg gekrönt.  Heute erinnern am ehemaligen Gbf Auwallenburg, einer großen planen Waldlichtung, Hinweistafeln an diese einst wichtige Strecke, die kurz vor der Wende für den Güterverkehr (Erzabbau um den Mommelstein) noch einmal richtig aufgearbeitet worden war.  Im Juni 2003 erlebte die landschaftlich außergewöhnliche Strecke ihre Wiederauferstehung als geteerter Radweg.

Hundsrück-Tunnel (8/00, dito 7/03 i.V.)
Schmalkalden - Kleinschmalkalden
Bäume:  Typ Fichte
die Brücke im Anschluss
kurz nach Gleisdemontage 2002

 

Eindrücke von Schmalkalden 2003: links Gleisende, rechts Brückenruine vor dem Radwegbau
Bf Reiherstor privat, in Restaurierung 2003 noch Radwegende an ehem. BÜ OT SM-Reiherstor
Spitzkehre (Kleinschmalkalden) in des Wortes Bedeutung

Geologisch hochinteressanter Einschnitt der Strecke Kleinschmalkalden - Brotterode nahe ehemaligem Gbf Auwallenburg  (Zustand 2000)  Betriebszeit 1898 - 1964 (Pv), letzte Befahrung 1996:

Seit 2003 ist der Einschnitt der Höhepunkt des von Schmalkalden heraufkommenden Bahntrassenradweges:

2002:  Lichtmasten ehem. Gbf Auwallenburg, 2003 nahebei brandneuer Radweg
Schwellenreste Richtung Brotterode, Durchlass vor Mommelstein  Ehem. Hp Mommelstein
Felseinschnitt... ...mit Schwellen wie archäologisches Denkmal
Waldwegunterführung... ...gemauert mit Geländer als schwächstem Glied
Zunehmend wüst Richtung Brotterode  (6x 2006)

 

Zu den Strecken im Einzelnen:

Region Nordwest  (Bad Salzungen / Eisenach / Georgenthal / Schmalkalden)
Region Mitte  (Plaue / Ilmenau / Schleusingen / Suhl)
Region Südost  (Rudolstadt / Ziegenrück / Eisfeld / Lehesten / Lauscha)

 

 

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