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Berlin. Potsdam. Umland.
Höhepunkt der
Verkehrsarchäologie im Westen Berlins
Berlin, größte und lange Zeit
wichtigste Stadt Deutschlands, war zu Anfang des letzten Jahrhunderts zu einer
einzigartigen Verkehrsdrehscheibe geworden. Verheerende Zerstörungen des
Zweiten Weltkriegs, die Jahrzehnte andauernde Teilung der Stadt inklusive deren
Abschneiden des Umlandes sowie eine politisch-wirtschaftlichen Zwängen folgende
Umverlagerung der Verkehrsströme hatten eine Vielzahl von Verkehrsrelikten
bedingt die auch heute noch teils ausfindig zu machen sind.
Erfreulicherweise haben sich bereits einige Publikationen dieses Themas
angenommen, eine Vertiefung der Situationsbeschreibungen sollte jedoch dort
beheimateten Enthusiasten überlassen bleiben, zumal Wiederaufbau, Neubau und
Lückenschluss einhergehen mit Beräumung von Bahnbrachen und neben einer guten
Ortskenntnis sicher auch eine regelmäßige Regionalzeitungslektüre sehr von
Vorteil sein muss.
Drei Verkehrswegerelikte auf engstem
Raum, an einer auch für Kurzbesucher strategisch günstigen Stelle lohnen in
jedem Fall eine kurze Vorstellung: eine alte Autobahn, eine doppelgleisige
Hauptbahn, eine S-Bahnstrecke werden eingerahmt durch die ehemalige Grenze
Westberlins zu Potsdam (DDR), einen Kanal samt notwendiger Brückenbauten sowie
der neutrassierten, heute großzügigen Autobahntrasse.
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| Breite Schneise der alten Autobahn |
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Pfeiler der geplanten
Stammbahn-Erweiterung |
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Auf Brücke Schotter und zaghaft
Bäume (je 2004) |
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| Die alte
Stammbahn-Brücke |
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Rest der Stammbahn
über altem Avus-Teilstück; Bäume im Zustand 2002 (vgl.o.!) |
Chronologisch:
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die alte Potsdamer Stammbahn,
einst Preußens erste Eisenbahn führte ab 1838 vom S-Bhf Griebnitzsee (im
Osten Potsdams) direkt in ostnordöstlicher Richtung -am Norden Dreilindens
vorbei- zum S-Bhf Düppel, der noch bis 1980 zum Westberliner S-Bahn-Netz
gehörte
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der Teltower Kanal, 1906
eröffnet, einst mit elektrischen Treidelbahnen an seinem Ufer
-
die Stahnsdorfer Friedhofsbahn,
eine nicht einmal 5km lange S-Bahnstrecke, führte erst seit 1913 vom S-Bhf
Wannsee (an der neuen, nördlicheren Berlin-Potsdamer-Bahn) in südlicher
Richtung nach Stahnsdorf
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das Teilstück der Avus, unter
Verkehr von 1940 bis 1969
Von ersterer ist der Damm mitsamt
Schotter streckenweise sehr gut erhalten; am berühmtesten wohl die
Überführung über die alte Avus mit den monumentalen Brückenwiderlagern und -pfeiler
für den projektierten sechsgleisigen Ausbau; bei Kohlhasenbrück der Damm über
die Machnower Straße (mit Bauerinnerungsstein vom Vorgängerbauwerk) jedoch nur
mehr Widerlager über den Teltowkanal: dieser heute vollständig in
Betrieb, vom Treidelverkehr nichts mehr zu erkennen; die alte S-Bahn nach
Stahnsdorf sehr überwachsen, überbrückt von der Straße
"Teerofendamm", die alten Bahnhöfe Privathäuser; hier am
spektakulärsten die alte Stahlfachwerkbrücke über den Teltowkanal (einst Fußgängern vorbehalten), sehr gut zu sehen von der neuen A115 knapp südlich
der neuen AS Kleinmachnow.
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| Teltowkanalbrücke
2004: |
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nun vergittert
(baufällig?) |
Die alte Autobahntrasse, mehrere Kilometer lang
parallel die alte Stammbahn begleitend, war nach dem Bau der Mauer von der DDR
zugunsten der heutigen Führung aufgegeben worden, da sie im Bereich Dreilinden
- Albrechts Teerofen mehrmals die Grenze zwischen DDR und Berlin (West)
überquerte. Anfang der 1990er Jahre diente sie noch einigen Dreharbeiten,
befindet sich aber jüngst in Rekultivierung und wird vielleicht am längsten
als planer Teeruntergrund für den Campingplatz Albrechts Teerofen südlich der
Kremnitzbrücke (über den Kanal führend) überdauern. Siehe auch Autobahnverlegungen.
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Alte Raststätte
Dreilinden und Asphaltreste
Am Campingplatz Albrechts Teerofen
Bilder (6): Thomas Kempka |
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Potsdam - Kaiserbahnhof
Dieses lange Jahre dem Verfall
preisgegebene ehrwürdige Gebäude befindet sich unmittelbar neben dem S-Bhf
Potsdam-Wildpark an der südwestlichen Ecke des berühmten Parkes von
Sanssouci. Waren in der Vergangenheit mobid-reizvolle Motive
möglich gewesen, so führte die vorbildliche Restaurierung zu einer reaktivierenden Nutzungsänderung als DB-Tagungszentrum.
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Berlin - Anhalter Bahnhof
Unweit des sehr sehenswerten Museums
für Verkehr und Technik steht der kümmerliche wenn auch sehenswerte Rest des
Portikus dieses Kopfbahnhofes; das Aufbautempo der Hauptstadt führt womöglich
noch dazu dass dieses Bauwerk eines Tages die letzte große Kriegsruine
markiert.
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Hoppegarten
- Altlandsberg ex KBS 101m
Die knapp 7km lange Kleinbahn war
1898 eröffnet worden und 1965 (bis auf 3km zu einem Umspannwerk) stillgelegt
worden. Dank zu DDR-Zeiten unbekannter Termini
"Bahntrassenradweg" oder "Flurzufahrtsweg" in ziemlich
unberührtem Wüstungszustand. Auch eine Überbauung ist noch nicht
großflächig erfolgt; Neubauwohngebiete orientieren sich hier zurecht in
andere Ecken (Autobahnnähe). Kurzeindruck von Juli 2007:
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| Kurz vor Altlandsberg - unberührte
Waldwüstung |
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Brücke über ein Fließ,... |
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...dann doch so etwas wie ein Weg... |
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