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Sauerland.
Östlich des "bahnaktiven"
Bergischen Landes findet sich eine nicht minder interessante Region, das
Sauerland. Assoziationen zu Sauerbraten oder der Sauerlandlinie drängen
sich auf, auch wenn letztere als A45 Dortmund-Gießen ebenso das Bergische Land,
Siegerland und Lahn-Dill-Bergland berührt; tatsächlich ist eine Abgrenzung der
Landschaft Sauerland nicht einfach. Mit Homert, Ebbegebirge und dem
Rothaargebirge gehören drei veritable Naturparks dazu - das oft mitgenannte
Ederbergland greift sogar auf Teile Hessens zurück. Die Stadt des
Sauerlands - fällt einem nicht ein; Verwaltungsjuristen würden immerhin sofort
das administrative Zentrum Arnsberg "Regierung von Westfalen" nennen -
mindestens bis zur anstehenden NRW-Verwaltungsreform. Auf jeden Fall ist
es ein "Gute-Laune-Land", Fachwerk- und Kirchendurchsetzt und mit dem
großen Hochsauerlandkreis Heimat eines der wenigen sehr fähigen deutschen
Politikers...
Als Deutschlands "bevölkerungsrelevantestes" Mittelgebirge mit
Wintersportpotential hatte es schon sehr lange Zeit mit Verkehrsproblemen zu
kämpfen; wahrlich sind Umgehungsstraßen und Entlastungstunnel hier nicht
erfunden worden (Stichwort Lennestadt...).
Möglicherweise ist das Sauerland das Musterbeispiel für Bahngeschichte schlechthin;
alles was dieses Thema ausmacht ist hier vorzufinden, von untergegangenen
Strecken (Biggesee), einsamen Tunnels (Heinsberg) über Viadukte, neuen Radwegen
oder beseitigten Trassenwüstungen (Winterberg, Schmallenberg); sporadischer
Güterverkehr konnte sich an einigen Stellen lange halten ebenso wie jüngst den
Relikten neue Aufmerksamkeit zuteil wird (Krenkelbachtal, Frettertal).
Auf dieser Seite mögen nur wenige Strecken und Stellen
(im Uhrzeigersinn) vorgestellt werden, vielleicht mit einigen die Region
charakterisierenden Relikten.
Aktuelle Bahnerreichbarkeit:
Obere Ruhrtalbahn - Dieselfernstrecke und elektrifizierte Lennetalbahn
(Ruhr-Sieg-Strecke) Hagen - Siegen.
Von ersterer im Norden bestanden einst Querverbindungen nach Paderborn (heute
Güterverkehr über Brilon bis Alme - A), ins hessische Ederbergland
(Heckeneilzugstrecke übers Upland / Korbach - Reaktivierung möglich - B) sowie
gebirgsquerend ins Eder-/Lahntal, heute im Mittelzentrum Winterberg endend
(D). Hier sehr interessant die Erschließungsstrecken ab Wennemen;
südlich Wenholthausen stand man ganz früher vor der Entscheidung, gleich ab
ins Lennetal nach Finnentrop oder erst über Fredeburg - Schmallenberg ins
Oberlennetal (C).
A: Ex-KBS 198p Paderborn -
Brilon
Brilon Wald und Brilon Stadt, Namen einer vergangenen Epoche; die alte KBS
hat u.a. zwei unterschiedliche Tunnel zu bieten:
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| Alme, nach Sanierung
stillos... |
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...und Gudenhagen in
klassischer Schönheit |
B: Ex-KBS 198f Brilon
- Wabern
In den 1980er Jahren Ziel von Ferneilzugfotografen, die an den Viadukten von
Willingen und Usseln dankbare Motive fanden.
Zwischen 1999 und 2003 unbefahren, nun nach Sanierung als KBS 439 Brilon -
Korbach (Anschluss über Volkmarsen nach Kassel) in Betrieb. Die
Weiterführung über Sachsenhausen / Netze / Wega nach Bad Wildungen bleibt wohl
für immer stillgelegt.
Siehe Hessisches Vielerlei.
C: Wenholthausen, einst
Abzweigbahnhof, nun beider Südstrecken verlustig gegangen:
Ex-KBS 239c Wennemen -
Finnentrop,
heute teilweise Radweg Frettertal mit Accessoires (Lok, Waggon, Schilder...)
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| 1993: Tunnel von Lenhausen... |
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...und Kückelheim,
während Padberg-Entführungsfall durchsucht, dann vermauert |
2010 war der Kückelheimer Tunnel
stark radbefahren, die Trasse um Wenholthausen frisch abgetragen, der Radweg in
Bau. An der Stelle der Abknickung der Esloher Strecke lag noch Gleis, während
der Schmallenberger Ast gleis- und bewuchslos der Zukunft harrte:
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| Tunnel Kückelheim von Osten;
Blick... |
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...ins Innere |
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Wennebrücke nahe Eslohe (je 2010) |
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| Gleis kommt von Eslohe; rechts
war... |
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...Schmallenberger Ast (Blick Süd) |
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Beide Trassen lagen nebeneinander
bis Wenholth. |
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| km 25 |
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Wegdurchlass in Sanierung
(Radwegbau) |
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Kleiner Durchlass im weiten Ruhrtal |
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| Vor Wennemen die Ruhrbrücke, teils
in... |
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...Stahlgitter (je 2010) |
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Ex-KBS 239a Wennemen - Altenhundem
Das Mittelzentrum Schmallenberg erhielt zur Jahrtausendwende einen
City-Entlastungstunnel im Bereich der ehemaligen Bahntrasse; westlich der Stadt
war in den 1960ern, östlich in den 2000ern Schluss mit lustig äh Eisenbahn...
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| Schmallenberg:
die Strecke von Wenholthausen nähert sich in Panoramalage... |
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...und kreuzt die
vielbefahrene Bundesstraße |
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| Nahebei, am
Philosophenpfad, überdauert eine schöne Wegunterführung... |
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...während in
Saalhausen ein Einfahrsignal den Spazierweg schmückt (je 2003) |
D: Winterberg, Wintersportzentrum,
vom Durchgangs- zum Endbahnhof
Auch hier besteht seit Millennium ein Citytunnel, dessen Bundesstraße im
Bereich des alten Bahntunnel-Südportals den alten Einschnitt zusammen mit einem
Lidl-Markt völlig verun- äh veränderte...
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| Vergangenheit (1993):
Südportal und |
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Nordportal des
Winterberger Tunnel, |
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Gegenwart:
Endbahnhof |
Das Rothaargebirge: mit
der KBS443 Kreuztal - Bad Berleburg noch rudimentär erschlossen; von letzterem
Kurort konnte man bis 1981 über das obere Edertal ins hessische Frankenberg
reisen; die alte Verbindung Richtung Nordwesten über
Altenhundem-Birkelbach ist eine der idyllischsten deutschen
Trassenwüstungen (E).
E: Mysterium Heinsberger Tunnel
Kein anderer Tunnel widersetzte sich
trotz guten Kartenmaterials dem Bereisungsteam standhafter; war es einmal ein
verfolgender Jäger mit Fahne der zu Verzögerungen als auch zur Auffindung
führte, war am anderen Portal zehn Jahre später ein fehljustierter
Höhenmesser schuld an wahnwitzigen Nadelholzstöbereien...
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Heinsberger Tunnel -
Ostportal mit Sumpfvegetation |
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| Aquädukt und Tunnel
als Kupfermodell - great! |
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Brücke über die
Olpe an der Heitmicke - Rettungsverein aktiv |
Seit kurzem weisen
Aussichtsplattformen, ein ausliegendes Buch sowie obiges Funktionsmodell am
Westportal des Heinsberger Tunnel im Krenkelbachtal auf dieses reizvolle Stück
Eisenbahngeschichte hin; die Abführung des am Talschluss starken Wassers
mittels Aquädukt über die Trasse lässt sich mithilfe der Handpumpe schön
demonstrieren während der Buchinhalt mit der Legende der Rüstungsproduktion im
Tunnel aufräumt; tatsächlich diente die Strecke ab 1943 zwar dem Unterstellen
von Munitionszügen, zur geplanten Untertagekriegsproduktion kam es jedoch nicht
mehr. Gesprengte Brückchen im Röspetal verhinderten zusammen mit der
einsam-abseitigen Lage den Wiederaufbau nach 1945.
Viele Brücken und Viadukte bei Heinsberg und Böminghausen sind bereits
abgetragen worden und so erinnert neben der Rothhaarsteig-Station
"Aquädukt" das wunderschöne Viadukt bei Kirchhundem an diese
idyllische Verbindungsbahn.
2004 zeigte sich der Beginn um Röspe noch recht "bahnlich" - neben
einer EÜ in Beton mit Natursteinverblendung fiel die Abwesenheit der völlig
abgetragenen einstigen Brücke über die Landstraße zum Paß auf (man erinnere
sich an Bellingrodts Cabriobild mit Schnelltriebwagentestfahrt); Richtung
Heinsberger Tunnel kreuzt ein alter Wanderweg nun ohne Brückchen den Einschnitt
der Trasse, und mitten im Naturschutzgebiet ist der südliche Widerlagerbrocken
letzter Rest des mächtigen Viadukts...
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| 2004:
Bahnbrückchen,... |
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...Einschnitt ohne
Wanderwegbrücke..., |
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...Viaduktrest |
Linktipp: Alles über die
Strecken um Schmallenberg und Heinsberg gibts auf Ulrich
Krämers Sauerlandseiten
Richtung Siegerland und
Ebbegebirge: Geschichte einer Nord-Süd-Strecke
Finnentrop - Olpe - Freudenberg - Kirchen (Sieg): das war einst unter der
KBS-Nr 239c eine reizvolle Reisemöglichkeit durch das lange Tal der Bigge.
Als Ende der 1950er Jahre der Bau der Biggetalsperre große Eingriffe in die
Landschaft erforderte, war die Eisenbahn noch wichtig genug um eine sündteure
Neutrassierung samt Brücken und Tunnels zu erhalten; seit den 1980er Jahren
verschwindet auf dem südlichen Abschnitt Stück für Stück das Gleis; im
Asdorftal südlich des
Hohenhainer Tunnel bei Klein Tirol ist ein bemerkenswerter Radweg mit
Bahnzubehör (Signale etc.) entstanden. Als Nachzügler trägt nun auch die Siegbrücke Kirchen
diesen Verkehrsweg.
Biggesee: untergegangene
Tunnel und umgebaute Ablassanlagen
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Kraghammer Sattel:
vorne Neubautrasse, dahinter
neuer Zugangsstollen im Gebiet des alten Tunnel |
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Alter Bahndamm mit
Bachbrückchen; Biggesee bei Niedrigststand hier
fast im Zustand einer ehemaligen Hochwasser-Bigge (2003) |
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Hohenhainer Tunnel:
da wird doch nicht etwa ein Auto... (1993) |
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siehe auch versunken
und Wasserwege/Stauseen
Plettenberg - Herscheid: die
alte normalspurige Nebenbahn liegt in den Zuständen unbefahrbar (evtl abgebaut)
mit großer Lennetalüberbrückung (250m lang, im Bogen liegend,
Stahl-Fischbauchträger), Trassenwüstung inklusive verschlossenen
kleinen Tunnels (Rammberg) sowie neuer kleiner meterspuriger Museumsbahn vor;
die fast parallele ehemalige Plettenberger Kleinbahn (1000mm, fast 10km) dürfte
kein klassisches Reliktziel sein.
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Steckbrief ex KBS 239k,
8.7.1915 Erster Planzug
Sommer 1965 Ende des Personenverkehrs
1.6.1969 Stilllegung Plettenberg-Oberstadt - Herscheid
April 1989 Erste Museumszüge um Hüinghausen (Meterspur)
Seit 1990 Museumsbetrieb Strecke Plettenberg-Stahl - Hüinghausen |
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Rammbergtunnel 1993 |
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Menden - Hemer - Iserlohn:
diese Verbindung dreier nicht unwichtiger Städte hatte Personenverkehr bis 1964
und ist heute teilweise abgebaut bzw nurmehr im Güterverkehr bedient.
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