TTT - Tagebaue, Talsperren, Truppenübungsplätze
Besondere
Verkehrswegeänderungen: Großräumige
Landschaftsumgestaltungen
Auch in Mitteleuropa, wo nicht
Militärdiktaturen das Sagen haben und wo Umweltaspekte
zunehmend eine Rolle spielen, sind durch Großprojekte
Verkehrswege abgetrennt worden, mussten Bahnen und Straßen
andernorts neugebaut oder ausgebaut werden. Diese
Unterseite sei all jenen Menschen gewidmet, die durch besagte
Landschafts(ver)formungen eines der wichtigsten persönlichen
Güter verloren haben: ihre Heimat.
1. Tagebaue
Deutschland ist nicht per se
reich an Bodenschätzen, aber recht reich an Kohle. Sowohl
im Rheinland als auch im Mitteldeutschen Becken finden sich
große Braunkohlevorkommen, die sich am wirtschaftlichsten im
Tagebau gewinnen lassen, selbst wenn dadurch tausende Menschen
samt Orten und Verkehrswegen umgesiedelt werden müssen, selbst
wenn zig Millionen in Rekultivierung
("Bergbaufolgelandschaften", Seenplatten) gesteckt
werden.
Hier nur einige markante Beispiele ohne jeden Anspruch auf
Vollständigkeit:
Reichsstraße 1
Aachen - Königsberg (...)
Die berühmteste aller Reichsstraßen ist -als B1- heute ein
Schatten ihrer selbst; sei es durch ausländische
"Verluste", sei es durch Ersetzungen mit
Autobahnen. Um Jülich, im Braunkohledreieck
Mönchengladbach - Köln - Aachen, ist die alte B1 heute
tatsächlich durch die A44 ersetzt (vielmehr: ergänzt) worden,
ist die alte Chaussee zur Landesstraße zurückgestuft.
Die R / B 1 führte einst auch durch den Ort Garzweiler
- dieser ist wie einige weitere Dörfer dem gleichnamigen
riesigen Braunkohletagebau zum Opfer gefallen.
Möglicherweise finden sich am Rand der Tagebaugruben (noch)
Stückreste der alten Fernstraße.
Garzweiler II -
Verkehrsrelikte en masse
Dieser höchst umstrittene Tagebau ist
vielleicht der größte im Westen; sein Aufschluss verschlingt neben mehreren
Ortschaften viele Verkehrswege. Am prominentesten: die Autobahn
44 zwischen den Kreuzen Jackerath und Holz. Nur für kurze
Zeit (2006/07) ließen sich morbide Reliktfotos gewinnen, ist der Abbau
abgeschlossen, nähern sich die Baggerungetüme. Nach der Ausbeutung
werden die Verkehrswege wieder geschlossen (ca.2016, man vergleiche die nahe
A540, die vor einer Tagebau-"Pause" als B59 geführt war), was
sicher nicht für die Gemeinde- und Kreisstraßen gilt (die Flächen werden
nach ihrer Wiederauffüllung wohl dem Anbau von Energiepflanzen dienen) und
schon gar nicht für die seit den 1980ern stillgelegte und abgebaute alte Bahnstrecke
(Stolberg - ) Jülich - Hochneukirch (- Mönchengladbach). Eindrücke
von 2007:
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| Autobahnkreuz Jackerath, von Norden |
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Brücke ist alte B1 über
A44; die B1 ist bis kurz nördlich der Brücke Tagebau-Baustraße |
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Pesch: hier war bis 1984 ein BÜ
der alten Bahn
(bis 1980 KBS 455); nun auch Ort verschwunden |
In Otzenrath gab es kurz vor der gleichnamigen
AS noch bis zur Beräumung die alte Bahnbrücke über die Düsseldorfer
Straße; ein bemerkenswerter Relikt-Abbaugrund... In Holz erinnerte die
Hauptstraße an die frühere Ortsverbindung mit Jüchen (die zwei Bahnstrecken
zu überbrücken hatten!), die letztlich mit Bau der A46 und dem großen AK
Holz gekappt werden musste...
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Otzenrath: "Bahnstraße"
bis 2007, davon
23 Jahre "erinnernd"... |
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Holz,
"Hauptstraße": es war Heimat für Hunderte |
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Im Autobahnkreuz Holz
(für ein Jahrzehn Autobahndreieck), dessen Name vielleicht an das
abgebaggerte Dorf erinnern wird gehen A44 und A46 (Hauptströme Süd <>
Ost) ineinander über, was unübliche Kurven und Rampen bedingt(e) - zur
Krönung überdauern 2007, noch nach dem Abbau der A44, Brücken der seit 1984
stillgelegten Jülicher Bahn - dankbare Fotostandorte:
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| Brücke der ex-KBS 245f über
A44-Zufahrt-Spuren |
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Für 10Jahre nur auf A46 (Ost)
möglich |
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| Beide A44-Rampen Todesstümpfe |
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Ob diese Schilder den Wiederaufbau
erleben? |
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Von und zur A46, gesehen von
A44-Fläche |
Reichsstraße 2
Mittenwald - Danzig
Diese Fernstraße ist eine der längsten des Deutschen
Reiches gewesen; auch heute verbindet die B2 von der
österreichischen bis zur polnischen Grenze bei Stettin
bedeutende Städte (München, Leipzig, Berlin) und
Länder. Südlich der Messestadt Leipzig führten die
Tagebaue Cospuden und Zwenkau zur Verlegung des
Fernverkehrsweges: Straßennamen wie Koburger Straße
(Stadtteil Zöbigker) bzw. Leipziger Straße in Zwenkau (mit
Buswendeplatte) erinnern an einstige Funktion und
Bedeutung. Die F2 (heute B2) kommt als Pleißeschnellweg
nun weiter östlich in die Metropole herein. Und selbst
diese "neuere" Fernstraße hat sehenswerte Relikte zu bieten:
wegen Verknüpfung (AK-Kleeblatt) mit der brandneuen A38 musste im Bereich von
Gaschwitz eine Ostverschiebung her (Ortsnähe, enges Pleißetal) - die alte
Trasse ist renaturiert und eingezäunt.
Apropos Tagebau Zwenkau/Cospuden: der "zusammengefasste" Großbogen
von verlegter Weißer Elster, verlegter R/F186
und Bahnstrecke erinnert hier an das Ende von Orten wie Eythra und Bösdorf;
natürlich lebt erwähnte Bahn als KBS 550 Leipzig - Gera weiter, während die
alte KBS 176h Gaschwitz - Groitzsch - Meuselwitz ebenso im Raum Zwenkau vom
Tagebau vernichtet wurde; in letztgenannter Ortschaft überdauerte bis nach
der Wende Tagebau-Güterverkehr parallel zu den einst umfangreichen
Grubenbahnen...
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| Zöbigker / Neue Harth: Wald nach
Tagebau, hier einst R2 |
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Altes Ende R/F2 Zwenkau,
Tagebauloch bald See |
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| Alte F/B2 Gaschwitz; renaturiert
nach Verlegung... |
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...wegen Kreuzes mit neuer A38; bei
Großdeuben |
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...Lärmschutzdamm, davor
eingezäunte Aufforstung |
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| Bf Zwenkau, schon lange privat
(heute EM-Eröffn.!) |
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Gleisrest der alten Bahn,... |
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...dann wüst bis Tagebauloch (je
2008) |
> Relikte der B2 in Franken siehe unter
verlegt (i.V.)
Reichsstraße 55
Jülich - Rheda-Wiedenbrück
Auch sie reüssierte als B55, musste östlich Jülich aber
dem Tagebau Hambach weichen.
Die "Römerstraße" endet nun an einem Wanderparkplatz
westlich der Großhalde Sophienhöhe bzw. am Grubenrand westlich
Elsdorf. Natürlich steht eine großzügige neue B55
(nördlich) zur Verfügung.
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| Alte Römer- und
Fernstraße: Denksteine |
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Einst große Straßenbreite; die
alte B55 endet an... |
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...der Halde Sophienhöhe (2007) |
> Zur Geschichte der Römerstraße siehe
hier (i.V.)
Reichsstraße 88
Eisenach - Halle (Saale)
Die heutige B88 bedient nach wie vor den nördlichen
Thüringerwaldrand (Ilmenau) und verknüpft Saalestädte wie
Rudolstadt und Jena, endet aber nun in Naumburg. Zu
DDR-Zeiten als F88 vielleicht bis Freyburg führend (hier heute
B180), war die Fernstraße ursprünglich bis Halle beschildert,
wobei Orte wie Mücheln und Bad Lauchstädt durchquert
wurden. Die riesigen Brikett-Tagebaue Mücheln und Neumark
verschlangen neben Orten auch Straßen; geringere
Verkehrsfrequenzen waren Grund für das weit südlichere Ende
der F88. Südlich von Niederklobikau überrascht eine
gepflasterte Allee als perfektes Relikt jener R88, die als Krönung noch eine
Grubenabfuhrbahn (am Rande des Tagebaus, der Grund für ihr Ende wurde) überbrückte
- diese Betonbrücke dient auch im Jahr 2008 noch dem nun regeren
Rad-Ausflugsverkehr am "Vorabend" der Fertigstellung des neuen
Freizeitparadieses Geiseltalsee:
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| Hier im Geiseltalsee war der
Tagebau Mücheln, Jahrzehnte zuvor die (kurzzeitig so gewürdigte
Chaussee) R88 |
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| Niederklobikau: neue Rad- und
Touristikschilder |
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Eine Prachtallee, jahrzehnte ohne
Fernverkehr |
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vor Kreuzung ein Waldweg |
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| Es ging über eine
Grubenabfuhrbahn, deren... |
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...Einschnitt zuwächst |
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Brücke der alten R88 -
Toprelikte (je 2008) |
Straßen und Bahnen
bei Frankleben
Zwischen Beuna, Frankleben und Großkayna ist es sehr
schwer, den Überblick über alte, uralte und neue Verkehrswege zu behalten.
Einzelne, mittelgroße Tagebaue, stehengelassene (Teil-) Orte, komplizierte
Abbaubahn-Trassen zusammen mit den Nachwende-Landesstraßen und der brandneuen
A38 samt ebensolcher Zubringer ergibt eine fotogene Melange; freilich sind
dann auch Fotoergebnisse die Folge, die so "normal" aussehen und präziser
Beschreibungen bedürfen. Steigen wir also "scharrend" ein und
versuchen uns an prägnanten Reliktstellen:
- Der Beginn der oben gezeigten
Tagebaubahn war in Kötzschen (Rbf Merseburg-Süd), mit südlichem
Ausholbogen, Unterquerung der Reichsbahn und L178 sowie Überbrückung des Flüsschen
Geisel. Letztere ist jüngst abgetragen worden, verschwinden mehr und
mehr diese Zeugnisse:
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| Einschnitt und Brücken von KBS
und L181 |
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Die alte Brücke der L181 trug
einst eine ÜStrab |
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Grubenbahndamm, vorne Rinnsal
Geisel (2008)
706232E 5690350N |
- Eine alte und wichtige Verbindungsstraße
Merseburg - Naumburg (über Lunstädt und Markröhlitz) ist von mehreren
Tagebauen verdrängt / verlegt worden, lebt aber als Landesstraße (L181,
L205) und in alten Siedlungsstraßennamen (je Sackgasse, so Naumburger Straße
in Frankleben und Großkayna [war an der Straßenstelle einst Klein-Kayna] ! ) fort. Auf Bildern li und mi ist die alte
Naumburger Straße zu sehen, die hier -nun knapp östlich der neuen A38, daher
gekappt- in der Nachwendezeit, als schon die L181 (zunächst östlich)
verlegt, die A38 noch nicht gebaut war, als K2171 gebucht war. Heute nennt
sich der etwas westlichere Zubringer L178 und (wieder) Naumburger Straße:
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2008: ehem.BÜ der ex-L181, vorne
Grubenbahn
706163E 5689217N |
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Ex-L, ex-K2171, ex Naumburger
Straße |
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Naumburger Straße am Ostende Großkayna
704745E 5686512N - alles UTM(32) WGS84 |
Südlich Lunstädt (auch hier "Naumburger
Straße"), an der ehem.Gewerkschaft Gute Hoffnung ("Roßbach Süd")
verliert sich diese alte Straße und spätere L181 in einem ehem.Tagebau, bis
an der Kreuzung "Luftschiff" bei Pettstädt ein kleines
Wirtschaftswegstück überdauert zu haben scheint. Und die südlich
Lunstädt abzweigende Alte Heerstraße (nach Weißenfels), großteils dem
Tagebau "Grube Gustav Hasse" zum Opfer gefallen, lebt wenigstens stückchenweise
als Mühlstraße bis heute fort.
Nebenbahn Merseburg -
Schafstädt
Die Großkippe nahe der Buna-Werke führte zur kleineren
Nordverschwenkung der Nebenbahn; so zweigt aus dem alten Werks-
und Güterbahnhof Buna heute die Berufspendlerneutrasse nach
Halle-Neustadt (Norden) als auch die Schafstädter Bahn
(Südwesten, einst Ausfahrgruppengleis Richtung Merseburg) aus.
Siehe auch Integrativseite
Halle.
Extraseite:
das Braunkohlenrevier
Niederlausitz mit kleiner
Lausitzumschau
2. Talsperren
Der steigende Wasserbedarf
führte seit Ende des 19.Jahrhunderts zum Bau vieler Talsperren,
nicht nur im Bergischen Land. Auch hier sind neben
Einzelgehöften manche Straßentalorte und alte Verkehrswege
"versunken" - neben den noch immer bei
Niedrigwasserstand identifizierbaren Bahndämmen (siehe Extraseite)
seien Reste alter Landverkehrswege hier angerissen:
Im Falle von Trinkwasserspeichern
wurden die Straßen (so asphaltiert) selbstverständlich
entfernt, bei Talsperren die aus wasserwirtschaftlichen Gründen
(Hochwasserschutz, Energiegewinnung) angelegt worden waren,
lassen sich bei den seltenen Entleerungen meist die Wegdämme
noch wiederfinden. Anfang der 1980er fanden bei einem
solchen revisionsbedingten Anlass im Schluchsee
(Hochschwarzwald) touristisch beworbene stilvolle
Postkutschfahrten auf der alten Talpoststraße statt.
Pumpspeicherwerk
Goldisthal
Dieses Großbauwerk entstand um die Jahrtausendwende im
Thüringer Wald. Das Unterbecken staut den Bach
Schwarza; ein Forsthaus sowie die Straße Limbach -
Katzhütte mussten aufgegeben werden. Letztere
wurde großzügig -teils dreispurig- an den Hang des
Wurzelberges (hier auch das Oberbecken) gelegt; die alte
Talstraße war immerhin (zufällig) im Rahmen einer
ZDF-Straßenfeger-Fahrt verewigt worden. Unweit
des oberen Einlaufs der Talsperre endet die alte Straße
an einer Schranke; noch 2003 gelang ein unverfälschtes
Foto mitsamt originalem DDR-Ortsendeschild:
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| 1997:
fast tote Talstraße am Forsthaus Langebach |
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2003:
Alte Allee mit historischer Zielbeschilderung |
Trinkwassertalsperre
Leibis / Lichte
Der
noch zu DDR-Zeiten geplante Stausee dient der
Trinkwasserversorgung des ostthüringer
Raumes. Die fast 100m hohe Staumauer ist
so gut wie fertiggestellt; seit Februar 2005
findet die erste Probeaufstauung statt. In den 1990ern
gelangen einige Fotos im zukünftigen Seengrund,
darunter ein Eindruck der alten Straße Meura -
Unterweißbach auf Höhe des alten Werkes
(Drehort des Polizeiruf 110
"Schwelbrand")...
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Straße Meura -
Unterweißbach auf Höhe des Sägewerkes 1993.
Man beachte die zwei Generationen Warnschilder.
Rechts gleiche Stelle 1998 - Straße erst für
den Baustellenverkehr saniert |
Das letzte Haus von Leibis
1998.
Der Vordergrund muss bereits als Wohnplatzwüstung
angesprochen werden.
Dem "Widerspenstigen" Eigentümer widmete eine
500km entfernt erscheinende linke Lokalzeitung eine
ganze Seite ! Rechts versinkt die alte
Ortsstraße Meura-Leibis-Unterweißbach in den Fluten (2007).
Siehe auch Wasserwege
/ Stauseen
Talsperre
Schömbach
Die Fernstraße Altenburg - Chemnitz im
thüringisch-sächsischen Grenzland hatte einen direkten,
zwingenden Verlauf durch den Forst Leina, obwohl die
"Platzhirsche" Reichsstraßen (hier: 95, 180) etwas
andere Verbindungen knüpf(t)en. Hier ist nicht nur die
Talsperre Schömbach schuld am Ende dieser Verkehrsstraße, auch
der Militärflugplatz Altenburg-Nobitz durchschnitt die
Chaussee. Als Peniger Straße in Nobitz, als
Flugplatz-Andienungsstraße im heutigen Naturschutzgebiet, als
Forstweg bis zum Seeufer sowie ebenso in der Ortslage
Neuenmörbitz lebt die Straße weiter; der Flugplatz ist
heute ein Billig-Verkehrsflughafen...
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| Ende
der Altstraße vor Kiesgrube und Airport |
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Forstweg
Richtung Stausee |
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Straßenrest
östlich des Stausees (je 2006) |
3. Truppenübungsplätze
Immer schnellere
Militärfahrzeuge, immer schwerere und gefährlichere Panzer,
immer größere Schießreichweiten erforderten zum Üben große,
zusammenhängende Landschaften, die in Zentraleuropa schon im
19.Jahrhundert kaum noch anzutreffen waren. Zwangsweise
Umsiedlungen ungünstig gelegener Dörfer und Sperrung
gewaltiger Flächen war die Folge; natürlich führte dies auch
zur Zerteilung mancher Verkehrswege:
Reichsstraße 27 (...)
Würzburg - Fulda (...):
TrÜbPl Hammelburg
Die alte Fernstraße verbindet (u.a.) Franken und Hessen,
verknüpft die alten Bischofsstädte an Main und Rhön und
bedient ebenso Kreis- und Kurstädte (Karlstadt, Hammelburg, Bad
Brückenau). Die ursprüngliche Führung der schon 1932
zur Reichsstraße erhobenen Chaussee(n) verlief zwischen Main
(Karlstadt) und Saale (Hammelburg) über Eußenheim, Hundsbach,
Bonnland und Hundsfeld. Nach Errichtung des
Truppenübungsplatzes um das Lager Hammelburg, eine außerhalb
gelegene kleine Kasernenstadt wurden die Dörfer Bonnland und
Hundsfeld abgesiedelt; noch heute finden in den alten Häusern
internationale Trainingseinheiten für Auslandseinsätze
(Häuserkampf) statt. Natürlich ist auch gut 10km der
alten Reichsstraße gesperrt; die heutige B27 umgeht das
Gelände im Westen über Gössenheim und Höllrich.
Reichsstraße 41
Saarbrücken - Ingelheim: TrÜbPl
Baumholder
Die recht kurze Fernstraße hat heute selbst als B41
noch nicht ihren endgültigen Weg gefunden. In der Region
Saar-Nahe-Hunsrück, zwischen St.Wendel und Kirn, verlief die
R41 zunächst direkt über Freisen, Baumholder und
Kirchenbollenbach. Als der riesige Gutsbezirk Baumholder
mehr und mehr unzugänglicher Truppenübungsplatz (heute: US Army)
wurde, verlegte man die Fernstraße etwas westlicher, über
Ausweiler gen Idar-Oberstein. Doch auch Ausweiler musste
wie das zunächst durchquerte Mambächel und einige
weitere Dörfer aufgegeben werden; seit den 1950ern ist die B41
noch westlicher über Nohfelden und Birkenfeld
"eingerichtet". Trotz neuer Autobahnen 1 und 62
müssen die weiten Landstriche mit Bundesstraßen großzügig
erschlossen werden; so hat auch die B41 eine reiche
Ausbaugeschichte vor und hinter sich. Genannt seien die
weiten Umfahrungen St.Wendel (1969), Hirstein (1990er) und
Birkenfeld (1980er). Als Idar-Entlastung verlegte man die
B41 südlicher über den Siesbach-Nahe-Anschluss samt großer
Talbrücken (1969). Die Umfahrung Nohfelden /
Wolfersweiler harrt noch ihrer Entstehung. Urtrassen der R
bzw B41 sind an den TrÜbPl-Rändern als Ortsstraßen
vorzufinden, so in Kirchenbollenbach (Var. I), nahe Forsthaus
Hillschied (II) oder in Burbach bzw. Algenroth (III). Im
Militärgelände selbst sind die einst zivilen Straßen in sehr
unterschiedlichen Zuständen...
Übrigens: auch die alte R/B 270 (Pirmasens - [Idar-Oberstein])
ist vom TrÜbPl verdrängt worden: ursprünglich verlief sie ab
Langweiler in westlicher Richtung nach Unterjeckenbach (dito Ober-
bereits Absiedlungsopfer) und mündete westlich Wieselbach in
die damalige R41. Heute verknüpft die B270 das Glantal
(Lauterecken) und das Nahetal östlich des Sperrgebiets -
komplett mit Ortsumgehungen, wohl auch mit einem
"Militärlastenausgleich" finanziert...
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Kurve
der alten R41 nahe Fhs Hillschied
Blickrichtung TrÜbPl |
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abwärts
gen Idar-Oberstein
Blick bergauf, rechts Militärobjekt |
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B41
wegen neuen Tunnels renaturiert (je 2007)
Dies "normale" Ausbauhistorie |
Reichsstraße 71
Bremerhaven - Magdeburg (...): TrÜbPl
Altmark

Zwischen Altmark und Börde strebte die Reichsstraße
der Elbemetropole entgegen, wobei sie ursprünglich quer durch
den Forst Letzlingen, über Salchau, Dolle, Colbitz und
Wolmirstedt von Norden nach Magdeburg hereinkam.
Der
Truppenübungsplatz (heute Gefechtsübungszentrum) in der
Colbitz-Letzlinger Heide zwang zur Aufgabe des Dorfes Salchau
und Umlegung der R/F 71 westlicher über Letzlingen und
Haldensleben - obwohl die meisten Atlanten / Landkarten noch bis
in die 1990er die (nun) Landstraße als befahrbar bezeichenten...
Als Panzerstraße lebt die alte Chaussee weiter (oben links,
Panoramafoto Südost; rechter Weg ist ursprüngliche Abknickung
der R/F gen Süden; ganz links neues Anschlussgleis, s.a. Altmark),
während ab Dolle die Straße heute als B189 reüssiert.
Immerhin gibt es heute wieder eine Querverbindung Born-Colbitz
zur Linderung riesiger Umwege...
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Die alte Reichsstraße
trifft auf die heutige B71, die im Hintergrund (von
Gardelegen kommend) nach links (Süden) abbiegt.
Es ist anzunehmen, dass noch zu frühen DDR-Zeiten die
F71 hier noch "eckiger" verlief, indem sie an
der Fotostelle nach Süden (obiges Breitbild, rechter
Waldweg) abknickte. |
Reichsstraße 85 (...)
Amberg - Bayreuth (...):
TrÜbPl Grafenwöhr
Diese nicht so überaus bedeutende Fernstraße verband die
Verwaltungssitze von Oberpfalz und Oberfranken zunächst in
direktester Linie über Hahnbach, Haag und
Kirchenthumbach. Der sukzessiv vergrößerte,
ursprünglich kaiserliche Übungsplatz westlich Grafenwöhrs (früher
mit einer Reihe interessanter, langer Militärfeldbahnen)
unterbrach auch diese Route; heute werden manche Orte wie Haag
nur mittels eingeklammerter Flurbezeichnungen auf Landkarten vor
dem Vergessen bewahrt. Die alte Chaussee lebt im von der
US Army stark genutzten Truppenübungsplatz großteils als
Panzerstraße fort, ist aber stellenweise von Wald
überwuchert. Die heutige B85 verläuft westlicher über
Sulzbach, Auerbach und Pegnitz.
Die abseitige / günstige Lage
anderer Truppenübungsplätze oder die unwirtlichen
topographischen Gegebenheiten (Moore, Heide, Wälder) trennten
meist keine überregionalen Verkehrswege (Wittstock, Jüterbog,
Munster, Sennelager, Doberlug, Ohrdruf, Hohenfels, Münsingen).
Nur erwähnt seien die
unzähligen kleineren Kreis- und Ortsstraßen, die, oft zur Zeit
ihrer Sperrung noch nicht staubfrei, ihre neue Karrierezeit als
geteerte Panzerstraße mit seltenen zivilen Inspektionsfahrten
fristen.
Fotos genannter Straßen und
Bahnen sehr willkommen bzw. in weiterer Planung.
Verwandtes Thema: durch
Kriegsereignisse oder Zonengrenze unterbrochene Straßen
(in Vorbereitung).
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