Die Stadt, das wachsende Wesen
Was waren das für Zeiten, da eine
Stadt an ihrer Mauer endete und die
Landschaft in Feldern und Wiesen ihre Fortsetzung erfuhr. Heute ufern die Verdichtungsräume grenzenlos aus,
sind geprägt von Schnellstraßen, Autohäusern, Einkaufszentren und McKings.
Mitte des 19.Jahrhunderts, als die wichtigsten Eisenbahnmagistralen die
bedeutendsten Städte erreicht hatten, kamen die Stationen am Rand der
Stadtmitte zum Liegen. Nicht zuletzt das Verkehrsmittel selbst förderte
in der Folgezeit das ungebremste Bevölkerungs- und Flächenwachstum der
Städte - heute kann man die meisten Großbahnhöfe zurecht als "mitten
in der Stadt" gelegen ansprechen (Köln, Frankfurt,
München). Mancherorts erkannte man schon sehr früh die trennende
Wirkung der mächtigen Bahndämme und Rangierbereiche und verlegte den Bahnhof
bald an eine seinerzeit "freiere", abgelegenere Stelle. Diese freilich
sind nun wiederum umzingelt von den Funktionen "Wohnen, Arbeiten,
Stadtverkehr". Anderswo vorausschauend (Bamberg) oder später
(Ingolstadt, Düsseldorf 1891, Karlsruhe 1913) abseitiger errichtete
Durchgangsstationen sind noch heute relativ zentrumsfern.
Gleichwohl gilt: die heute so ästhetischen Bahnhofsfassaden, von der
Bahn nun als Visitenkarten erkannt und beworben, sind nahezu ausnahmslos
"Neubauten", welche die Holzhallen der ersten Stunde sowie separate
Kopfbahnhöfe der Privat-/Länderbahnen schon vor 1900 ersetzten.
Frankfurt (Main), Halle (Saale) und Leipzig sind Beispiele von
Zusammenfassungen alter Einzelbahnhöfe an selber Stelle zu einem großen
Hauptbahnhof.
Wo riesige Gleisvorfelder in teuersten Citylagen Begehrlichkeiten auf
allen Seiten weck(t)en, Kopfbahnhöfe ständige Betriebshindernisse und verbundene
Zeitverluste darstellen, sind zusätzliche Durchgangsbahnhöfe geschaffen
worden (Braunschweig 1960, Kassel-Wilhelmshöhe 1991, Berlin Lehrter Hbf
200x); hochtrabende Planungen für neue unterirdische
Durchgangsbahnhöfe (Frankfurt, Stuttgart21) sollten, fortdauerndes Regierungshandeln mit
Umsetzung und Beibehaltung mutiger Reformen vorausgesetzt, finanzierbar sein.
Architekturgeschichte von Empfangsgebäuden kann hier nicht das Thema sein;
als herausragende Denkmäler alter Verkehrseinrichtungen mögen die
erhaltenen, heute in anderer Funktion stehenden Bahnhöfe genannt sein:
Braunschweig Hbf, erbaut 1846, Verkehr bis 1960, danach Kasino
und Staatsbank
Baden-Baden Stadt, erbaut 1896, Verkehr bis 1977, danach
Fernsehstudio, heute
Festspielhaus-Entree
Interessanter ist hier eine Auswahl einzelner Stadtzentren mit Relikten, die
durch klassische, teils uralte Trassenverlegungen entstanden sind.
Daneben seien in manchen Städten, die nicht im Rahmen von Regionen- oder
Sonderseiten gewürdigt werden, "normale" Stilllegungsflächen
und -trassen angerissen:
Grebenstein
Die kleine Stadt an der Esse in
Nordhessen erhielt ihren Bahnanschluss mit Errichtung der Friedrich-Wilhelm-Bahn Kassel -
Karlshafen (Weser) 1848. Diese Strecke machte ursprünglich einen weiten
Doppelbogen westlich des Burgberges und zwängte sich unter mehrmaligem
Kreuzen des Flüsschens nahe an das Stadtzentrum (nördlich der heutigen
Höpperstraße und Höllegasse); die Neutrassierung nach einem schweren
Bahnunglück bescherte
der Stadt 1875 ein sehenswertes klassizistisches Backstein-Bahnhofsgebäude an
der weiter östlicher, direkter verlaufender Strecke. Karten und Pläne zeigen deutlich den
Verlauf der Alttrasse (mit den Flussbrücken), nur ganz im Westen nutzt
die neue B83-Umgehungsstraße Teile des alten Planums.
Hagen (Westfalen)
Die Großstadt liegt am
Zusammenfluss von Ennepe, Volme und Ruhr am Südostzipfel des Ruhrgebiets und
Beginn des waldigen Sauerlands.
Nach der ersten Strecke nach Elberfeld - Dortmund 1848 strebten später nicht
weniger als neun vollwertige Bahnen in alle Himmelsrichtungen; die
gleichwertigen Westverbindungen (Wuppertal) resultierten aus
Privatbahn-Konkurrenzgedanken. 1871 führte die Südstrecke Richtung
Brügge (Volmetalbahn) bereits nach Oberhagen; die alte Strecke mitten durch
die Stadt (heutige Bergstraße) konnte erst 1910 mit dem neuen Goldbergtunnel
aufgegeben werden. Bei jenen Umgestaltungen der Bahnanlagen entstand
auch das dritte Empfangsgebäude im Neobarock-Stil - als Hauptbahnhof heute ein
Denkmal in Funktion.
Trio durch den Tunnel
Der Kruiner Tunnel (Unterführung unter mächtigem Hauptbahndamm) wird
heute von der B7 "Kölner Straße" genutzt, entstand aber 1882 für
eine Nebenbahn (Hagen - Altenvoerde, Ennepetal) und diente lange Zeit
(1907-1956) auch der einzigen
Ennepetaler Straßenbahnlinie. Diese beschleunigte den Untergang der
kurzen Strecke, die ihren Personenverkehr 1969 einstellte.
Güterverkehr hält sich bis heute; nach der Beseitigung der altehrwürdigen
Hasper Hütte (stillgelegt 1972) konnte diese Strecke in Hagen-Westerbauer an
die Wuppertaler Hauptbahn angebunden werden (1984) und die alte Trasse (ab
Martinstraße) im Bereich Haspe / Kückelhausen für eine Umgehungsstraße
(Kurt-Schumacher-Ring) verwendet werden. Neue Stadtfunktionen (Gewerbe,
Wohnen, Sport-Ennepepark) haben Erinnerung an die Hütte samt Bahntrasse
verdrängt, nur im Osten liegen bis Höhe Tückingstraße noch Gleise.
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| Wundervolles
Südportal Kruiner Tunnel 2004 |
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Literatur:
Rolf Löttgers, Die Ennepetalbahn in: em 2/94
Magdeburg
Die heutige Landeshauptstadt
Sachsen-Anhalts ist ein alter Handelsplatz und junger Verkehrsknoten.
Gelegen an Elbe, Mittellandkanal, beehrt durch viele Eisenbahnen und
Fernstraßen, kann die Metropole mit manchem Verkehrsdenkmal aufwarten;
natürlich ist auch hier von einer großen Bahnverlegung zu berichten.
Als schon 1840 die erste Bahnstrecke nach Cöthen - Leipzig eröffnet wurde,
fuhren die Züge in den Leipziger Bahnhof am Fürstenwall (Schleinufer); die
direkte Berlin-Potsdam-Bahn musste 1846 in der Friedrichstadt
"warten", bis zwei Jahre später die Bahnbrücken über die Elbearme
fertiggestellt waren, wodurch sich dann im mitbenutzten Füstenwall-Bahnhof am
westlichen Elbufer die drangvolle Enge zuspitzte. Abhilfe schuf ab 1872
die Schaffung eines neuen (heutigen) Hauptbahnhof-Areals (zunächst freilich
mit verschiedenen Empfangsgebäuden, bis 1883 fertiggestellt) und mit ihr die
Erbauung neuer Zulauftrassen samt Elbbrücke (1873) und Linienverbesserung um
Gerwisch. Der entbehrliche "Alte Berliner Eisenbahn-Damm"
lebte Jahrzehnte in Meßtischblättern und der Landschaft weiter (siehe auch
Unterseite "Elbe-Havel"); nachdem die Güter-Anschlüsse an der
alten B1 gekappt wurden (in später Nach-Wende-Zeit), sind heute die letzten
großen Reste dieser Berlin-Bahntrasse klassische, denkmalgeschützte Relikte:
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| Die Hubbrücke: von
Berliner Haupt- über Güter- |
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-Agl, Fußweg zu Ruine.... ? ! |
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Vielleicht bald wieder... |
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| Heute wüst am MDR vorbei,... |
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...verwucherte Brückenfelder
über die... |
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...Taube Elbe |
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| Denkmalwürdige Brücke über die
Alte Elbe |
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Mitten in einer deutschen... |
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...Landeshauptstadt |
Ebenfalls denkmalgeschützt die Reste des
großen Elbbahnhofs; auch nach Absetzung der alten
Fürstenwall-Centralstation (im Bild weit im Hintergrund) über Jahrzehnte
für Güterumschlag bedeutend; die Verbindungsbahn am Elbufer zum Handelshafen
ist aber lange abgebaut.
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| Gelände des einst geschäftigen
Elbbahnhofs |
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Schienenkreuzung am Posten
Hubbrücke |
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Weiter südöstlich, Richtung Buckau, gab es
bis in die 1990er Gütergleise; das einstige wilde gemischte Gelände ist nun
reizvolle Elbpromenade mit Ausflugslokal, stark mit anspruchsvollen Häusern
überbaut; es überdauern an Benediktinerstraße ein Gleisrest und das
südliche Bachbrückenwiderlager:
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| Buckau: Gleisrest, altes... |
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...Widerlager; statt Güter- |
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-gelände nun Edelwohnungen an
Elbe (je 2008) |
Halle (Saale)
Die Veränderungen von
Verkehrswegen in und um die alte Hauptstadt Anhalts sind so umfänglich,
vielschichtig und interessant, dass eine integrative Extraseite
angebracht ist.
Hof, Würzburg
Unter Bayerns König Ludwig I,
ausgewiesenem Bahnfan, erreichten die nach ihm benannten ersten großen
Bahnstrecken Ludwigs-Süd-Nord-Bahn (von Fürth ausgehend) Hof 1848 und als
Ludwigs-Westbahn (über Bamberg) 1854 Würzburg (weiter nach
Aschaffenburg). Gemäß damaligem Verkehrsverständnis wurden viele
Stationen als Sackbahnhöfe angelegt.
Hof, zeitgleich auch an Sachsen (Leipzig - Plauen) angeschlossen, war
zunächst Bahngesellschafts-Wechselstation; seine Bahnhofsanlagen kamen nur
200m westlich der Altstadt (Oberes Tor) zum Liegen. Das stark wachsende
Verkehrsaufkommen ließ die Anlegung eines Durchgangsbahnhofs angeraten
erscheinen; dieser musste freilich 1,5km weiter südlich errichtet
werden. Seit 1874 dient der alte Bahnhof als Hauptpost (alte
Bahnhofstraße ist die heutige Poststraße), weitere alte Gebäude sind in
anderer Funktion erhalten.
Der erste Bahnhof der mainfränkischen Residenzstadt Würzburg wurde als Sackbahnhof
innerhalb der Festungsanlagen (erreichbar durch ein Walltor) errichtet -
zwischen Theaterstraße und Kapuzinergasse, obwohl Ludwig I. 1844 seine
Eisenbahnbau-Kommission angewiesen hatte, dass "die Eisenbahnhöfe vor
den Städten zu erbauen seyen,...", er es ungern sähe, "wenn
Stadtmauern durchbrochen und Stadtthore abgebrochen werden, wodurch das
städtische Ansehen leidet...". Sein Nachfolger König Max II.
musste 1850 die Kopfbahnhofserstellung im Residenzpark hinter dem
Präsidentenpalais verhindern "Es wird doch wohl eine andere
passende Räumlichkeit auszumitteln seyn." Als 1866 die
Main-Tauber-Bahn aus Baden / Württemberg (Lauda) die Bischofsstadt erreichte,
war kein Platz mehr; sie wurde gleich in den neuen Hauptbahnhof im Norden,
gelegen am Fuß der Weinberge (Schalksberg) eingeführt. Der alte Ludwigs-Bahnhof
diente nur noch wenige Jahre dem Güterverkehr; heute steht an der Stelle des
alten Empfangsgebäudes das Stadttheater. Die alten Gleisverläufe kamen
aus Osten (etwa heutige Schürer- und Beethovenstraße nördlich des Friedhofs);
die Ausleitung gen Norden/Westen muss man sich über den riesigen Kreisverkehr
Berliner Platz vorstellen.
Siehe auch: Geschichte der alten
Chaussee / B8
Richtung Nürnberg
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Schürerstraße mit Blick Richtung Barockmonument Stift Haug* (2004).
Einstige Bahntrasse zum alten Bahnhof mit Firmen und Straßen überbaut.
Bahnlampen (Hinweis auf langjährige Anschlussgleisreste?) beleuchten
Kfz-Firma.
* Nebenbei: die alte Stiftskirche St.Johannes Baptista zu Haug lag im
Mittelalter an der Stelle des heutigen Hauptbahnhofes ! |
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Literatur:
H.P.Schäfer, Die Anfänge der fränkischen Eisenbahn, Würzburg 1985
Heidelberg
Das wirtschaftliche Herz des alten
Landes Baden schlägt im Rhein-Neckar-Raum. Folgerichtig baute die
Großherzoglich Badische Staatsbahn zuerst die Verbindung der Städte Mannheim
und Heidelberg, die 1840 eröffnet werden konnte. Schon 1843 erreichte der
damals in 1600mm Spurweite ausgeführte Schienenstrang die Hauptstadt
Carlsruhe, in rascher Folge auch Mittel- und Südbaden.
Heidelberg, an der Stelle gelegen, an der der Neckar aus dem kurvigen Odenwald
in den flachen Rheingraben tritt, liegt mit der Altstadt recht beengt zwischen
Schloßberg und dem südlichen Neckarufer. Heute bedeutet dies mit der
ostwärts strebenden B37 ein Verkehrsproblem wie nie. Es könnte
allerdings noch schlimmer sein:
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Kartengrundlage von 1927:
Unterland I, hrsg. v. Württ.Stat.Landesamt
(1:100.000)
Wiedergabe mit freundlicher Erlaubnis des
Landesvermessungsamts Baden-Württemberg (www.lv-bw.de)
AZ: 2851.3-A/380 vom 18.10.04. |
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Die erste Heidelberger Station war als Kopfbahnhof (in Karte: Bhf) recht zentrumsnah
errichet worden; als die Odenwaldbahn Richtung Neckargemünd 1862
erbaut wurde, waren zwischen Ostende des südwärts erweiterten, nunmehrigen
"Hauptbahnhofs" und dem neuen Karlstorbahnhof (r.o.) drei Tunnel
erforderlich. Kontinuierlich steigender Verkehr auf Schiene, Tram und
Straße ließen die fünf Bahnübergänge im Zentrum bald zur Qual
werden. Es kam daher in der Folgezeit zum Bau einer Vielzahl von (teils
kurzen) Güterbahnen und Verbindungskurven und kulminierte 1902 im Vorhaben
der Errichtung völlig neuer, großzügiger, westlicher gelegenerer Abstell-,
Haupt- und Rangierbahnhöfe. Der für diese neue West-Ost-Verbindung
nötige lange Königsstuhl-Tunnel wurde nach Fertigstellung des neuen
Rangierbahnhofes (G.Bhf.) ab 1914 befahren; er trifft im Osten neben dem alten
Schloßbergtunnel auf den Bahnhof Karlstor und die Neckartalbahn. Zwei
Weltkriege verzögerten den Ersatz des alten Personenbahnhofes; erst 1955
konnte dieser gut 1km westlicher platzierte Neue Hauptbahnhof ( *
)eröffnet
werden. Die Stadt nutzte die alte Trasse für den Bau von
Entlastungsstraßen; während der Spitaltunnel im
Aus- und Neubau unterging, ist der Schloßbergtunnel im Gegenverkehr befahrbar
und der Gaisbergtunnel ( ^ ) zweispurig in östlicher Richtung. Anstelle des alten,
abgetragenen Bahnhofes befinden sich (zwischen Kurfürstenanlage und
Bahnhofstraße) neue Gebäude (Justiz und Ämter) samt Parkhaus. Auch die
heute so bedeutenden Verkehrsadern Römerkreis und Ringstraße sind Folge der
beräumten Gleisbereiche.
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Gaisbergtunnel -
etwas vereinfachtes Ostportal
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Die gut zwei Kilometer lange geschwungene Verbindung vom Rangierbahnhof zum
Abzw Königsstuhl (6, gen Tunnel und Neckarbahn) von 1914 wurde 1997
eingestellt.
Wenig westlich des
Königsstuhltunnel zweigte die Verbindungskurve aus und unterquerte
separat die uralte Chaussee (Bergstraße, B3) - 2005 ist diese Brücke
unterfüllt, Böschungen entschärft. Die Straße oben ist zugunsten
der Stadtbahn verengt, die Neckartalbahn (im Großbild rechts) erhielt
hier einen neuen S-Haltepunkt (Bild links).
Von der (einstigen) Straßenbrücke fällt der Blick auf die alte
Bahntrassenschneise, die hier gleich drei Schulen trennte (Bild
rechts):
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Brücke über der
Römerstraße (neue Süd-Einfallschneise) - Lärmwand ?? (2005) |
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Die Brücke über
die KBS 700 und km-Stein (2004) |
Beachtung verdienen Trassen alter
Verkehrswege:
Die alte Heidelberg-Schwetzinger Bahn (1873-1967) existiert teils
als Radweg (so Heinrich-Menger-Weg, heute neuer Stadtteil Pfaffengrund 4), ist in ihrer
Anfangszeit aber von der alten Karlsruher Bahn ausgeleitet; diese Trasse ist
heute der Baumschulenweg 5 , der vor
seinem Bahn-Intermezzo Teil der altehrwürdigen, schnurgeraden Chaussee zum Schwetzinger Schloss war
- dieser Boulevard lebt als Kurfüstenstraße (Schwetzingen), Alter
Heidelberger Weg (Plankstadt), Rudolf-Wild-Straße (Eppelheim) fort; sein
Beginn im Osten an der alten Heidelberg-Carlsruher Chaussee weist die
Franz-Knauff-Straße, während im "Zwischen-Bahn-Viertel" um die
Carl-Benz-Straße das alte Gewerbegebiet nurmehr ein Stück als
Heinrich-Lanz-Straße übriggelassen hat.
(Mehr zur Bahn die einst sogar nach Speyer führte, unter Kraichgau /
Rhein-Neckar i.V.)
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3:
Unterführung unter Rangiergleis nun Garage o.ä.
Unterführung unter Straßenkreuzung abgetragen |
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2:
Wieblingen: Widerlager Straßenteil Neckarbrücke (je 2004)
In Neckarauen keine Relikte |
Der Neubau des
Unizentrums in Neuenheim ( 1 ) ist Grund für das Ende einer dreischienigen Güterbahn
gewesen; diese band (von der rührigen im Nahverkehr berühmten schmalspurigen
OEG betrieben) zwischen 1906 und 1970 die großen Steinbrüche
Dossenheim / Schriesheim an die Hauptbahnen an, wozu 400m westlich des
Wehrsteges eine große Stahlbogenbrücke den Neckar überquerte. Leider
wurde diese 1971 demontiert, sodass heute zwischen Fußgänger-Wehrsteg und
Ladenburg einzig die Autobahnbrücke (A5) den Fluss überbrückt !
Literatur:
Gerlach, Atlas zur Eisenbahngeschichte, Zürich 1986
Scharf, Eisenbahnen zwischen Neckar, Tauber und Main, Freiburg 2001
Wolff, Klein- und Nebenbahnen Band 1 Baden, Freiburg 1990
Karlsruhe
Die alte Hauptstadt des
Großherzogtums Baden ist heute vielleicht eine Verkehrs-Musterstadt.
Besonders die zahlreichen Bahn-Verlegungen rechtfertigen eine integrative Extraseite.
Stuttgart
Eisenbahn- und Straßenrelikte -
siehe Extraseite Großraum
Stuttgart
Ingolstadt
Die bayerische Öl-Metropole ist
seit langem ein Eisenbahn-Knoten (und heute per SFS ideal Nürnberg und
München nähergerückt), nicht unbedingt aber ein Straßen-Knotenpunkt.
Die von Westen (Ulm / Donauwörth) hereinkommende Donautalbahn KBS 993 hatte
dabei eine so unglückliche Trassierung mit vielen Bahnübergängen, darunter
mit der vielbefahrenen (einzigen!) Ausfallstraße B13, dass ein Neubau
zwingend schien; er wurde freilich erst Ende der 1990er realisiert!
Diese Neubautrasse zweigt östlich Weichering nach Süden ab und umgeht
(zusammen mit der gebündelten neuen B16) auch die Stadtteile Zuchering und
Unserherrn. In letzteren Orten verlegte man gleich noch die Augsburger
Bahn (Paartalbahn KBS 983) auf die Neubautrasse; mit den rückgebauten
Trassenresten somit ein absolut zwingender "Verkehrsrelikte-Tatort"
- Luftbilder auf Microsoft Live Search, Bodenbilder aus September 2007:
Donautalbahn
EINS
Blick zur alten Ausfahrkurve an
der Kirche St.Markus, dieser BÜ ist heute unvorstellbar.
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| Apianstraße, Trasse kurz vor dem
B13-BÜ |
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Die Trasse hier ein wüster Pfad |
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Bizarre Fläche am ehem.BÜ
Haunwöhrer Str.:
Tankstellendach (ohne Tanke!) und Haus rechts Nachbahnneu |
ZWEI
Im weiteren Verlauf zwischen Orban- und Wackerstraße ein Neubau-Wohngebiet.
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| Damm bei Haunwöhr:
"Wege satt" |
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Trasse teils Jogging-fähig |
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Weichering - hier KBS, aber
Bahnhof am Ende |
Paartalbahn
DREI
Ebenfalls eine BÜ-Stelle mit B13; Damm und Brücke restlos weg, auch ein Weg
zwischen den Häusern der Auburgerstraße und der neuen Lärmschutzmauer der
geringfügig verlegten B13 in Wiese auf- äh abgegangen...
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Unserherrn, ehem.Trasse
Brücke verschwunden... |
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Hier nun Grünanlage an der
Grundschule |
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Sandrachbrücke (im Rücken) samt
Trasse abgetragen; Grenz-Spuren in Wiese
führen zu altem Bw/BÜ-Haus (rechts) - diese "Weicheringer
Straße" ist der inoffizielle B16-Vorläufer (Neuburg a.D.
- Autobahn 9) |
Freiburg im Breisgau
Der "Alte Wiehrebahnhof"
ist ein kulturell bekanntes Highlight im Breisgau. In seiner heutigen
Funktion als Café und linksalternatives Kino ist er augenfälligstes Relikt der alten
Führung der Höllentalbahn Freiburg - Neustadt (Schwarzwald) mitten durch die
Stadt. Die eingleisige Verbindung in den Schwarzwald war 1887 durch
das Villenviertel Wiehre trassiert worden; die Vielzahl von Bahnübergängen
und der wachsende Bahnverkehr zwangen 1934 zu einer großzügigen Neubautrasse
welche neben zweier neuer Tunnel den Neubau des Wiehre-Bahnhofs erforderlich
machte. Heute endet hier die kurze Zweigleisigkeit, etwa einen Kilometer
weiter östlich vereinigen sich uralte und neue mit ursprünglicher Höllentalbahn.
Erwähnenswert: Zahnstangenbetrieb (im Höllental bis 1933) und Elektrifizierung zunächst
mit "Normalstrom" (50Hz, 1936-1960).
Die alte Trasse ist in verschiedener Form vorhanden: zeigten
Stadtpläne noch jahrzehntelang ein kleines Dammstück an der
Ausfädelung aus dem Postbahnhofsbereich (Rheintalbahn) ebnete der dortige wachsende
Paket-Lieferwagen-Hof dieses Relikt in den 1980er Jahren ein - der Verlauf
durch die Wiehre ist als Fußweg nachzuverfolgen, wobei Bachbrückenreste
spätestens bei dessen Kanalisierungen verschwanden. Kurz vor Erreichen
des fast unveränderten alten Wiehrebahnhofs fallen die parkähnlichen
Freiflächen auf, die lediglich punktuell mit provisorisch anmutenden
Barackenbauten (Kindergarten) besetzt wurden. Tatsächlich sind sie der
Rest einer einstigen AutoSchnellStraßen-Planung (zur Entlastung der
jahrzehntedauernden Bundesstraßenproblematik am Dreisamufer), die wiederum
mit Eröffnung der "B31OstNeu" endgültig ad acta gelegt werden
konnte.
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2003: Alter
Wiehrebahnhof, Straßenseite
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Die Doppelkurve
der Urtrasse verlief rechts entlang der Häuserzeile
Zug kommt aus dem neuen Wiehrebahnhof - hier bald
Neubaugebiet |
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Nächster Kandidat für das
Verschwinden eines Güterbahnhofes ist Freiburg-Brühl; schon heute bieten
brache Flächen einen trostlosen Anblick. Nicht weniger sondern viel
mehr Verkehr wird sich abspielen allein auf der Straße für die Anbindung des
Gewerbe- / Wohnkomplexes.
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Links unten
erkennt man den Wartebereich der Rollenden Landstraße;
der Ablaufberg ist schon seit den 1990ern Geschichte (2003) |
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1996 lagen noch
Gleise zum alten Lokschuppen
um diese denkmalgeschützte Halle ensteht ein neuer Stadtteil |
Statt Stadt - lieber aufs Land ? Die
Regionen...
Literatur:
Helmut Frei, Bahnhofsguide Deutschland, Konstanz 1995
Mihály Kubinszky, Bahnhöfe Europas, Stuttgart 1969
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