Ostbayern. Ostmark. Oberpfalz.
Der Freistaat Bayern hat eine
riesige Ausdehnung. Dies erlebte man nicht nur bei der überlangen
ICE-Nonstopp-Reise zwischen Augsburg und Würzburg (110min), auch eine Reise
zu Relikten in der Ostmark, jener bayerisch-sibirischen Landschaft an Böhmens
Rand erfordert stundenlanges Anreisen über großzügig-wenigbefahrene
Bundesstraßen, erst jüngst mit der A93 gelindert. Das ehemalige
Königreich (heute vielleicht von einem König h.c. regiert) hat im Laufe der
Jahrzehnte viele Grenzen verloren, wodurch Bahnlinien ebenso profitieren
konnten (Württemberg, Baden etc. im vorvorigen Jahrhundert, junge Freistaaten
vor gut zehn Jahren, Österreich schengenisch-faktisch heute) und so gibt es
nur ganz wenige Eisenbahnstrecken die wegen/trotz Staatsgrenze im
Dornröschenschlaf liegen.
EU-Außengrenze. Einst.
Zwischen Wiesau und Cheb, dem
ehemaligen Eger verlief über Jahrzehnte eine Hauptstrecke unter der KBS-Nr.
425m. Sie erlaubte die kürzestmögliche Bahnreise zwischen München und
Karlsbad (sowie weiter Richtung Brüx [Most] und Reichenberg [Liberec]).
Diverse Gründe (Staatsgebietsverlust, Vertreibung, Eiserner Vorhang)
verminderten sowohl Personen- wie Güterverkehrsbedarf und nachdem Cheb
immerhin über die grenzüberschreitende Strecke von Schirnding erreichbar ist
war die Route über Waldsassen entbehrlich geworden. Auch die
sich weiter "zurücknehmende" Grenze, der wiederaufgeblühte
Böhmerwald-Tourismus sowie neue Nahverkehrssysteme "Egrensis-Bahn"
werden wohl nicht zu einer Renaissance dieser Trasse führen.
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| 1: Blick
auf Ostwiderlager ehem. Brücke über B299 (jeweils
1994) |
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2: Blau-weiße
Grenzpfähle, Warnschilder: noch zehn Jahre Wirtschaftsgrenze |
2005/06 zeigten sich Trassenteile so: bis
Mitterteich noch Güterverkehr, sodann von Werksgelände verschluckt, dann
doch Schotterreste und komplexe Verkehrsführungen (unterführter Fußweg an
Stelle eines einstigen R/B15-BÜ !) bzw.
Straße (Brücke der langjährigen B15, jetzt wegen A93 rückgestuft) - diese unterhaltungsträchtig überflüssig,
mittelfristig Rückbau zum "Urzustand"; deutlicher Bahndamm mit Durchlässen und Brückchen, aber für
neue Umgehungsstraße aufgegraben; um
Waldsassen klassische Wüstung mit Brücken-, Bahnsteigruinen, Schotterbett
und Bahnsteigkante, von Einkaufsmarktneubauten bedrängt, ab nördlichem
Ortsrand bemächtigte sich die brandneue B299 des Bahnkörpers - damit ist
Bild 1 mehrfach historisch: unten kreuzt nicht mehr eine "B299", die
Straße war ganz früher einmal die "B303", anfangs sogar die
Reichsstraße 15...
Im einstigen tschechischen (grenznahen)
"Niemandsland" mächtige Natursteinbrückenwiderlager; der bis
Slapany (auf Karte am rechten Rand, wenige Häuser und Gutsruine) noch bis in
die 1980er (?) bediente Streckenrest völlig überwuchert, im Ortsbereich Cheb
ein Gleisrest nahe der Abzweigstelle (links Hauptbahn und andere
Bahnflächen):
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| Mitterteich: nun
überflüssige Brücken |
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Bachdurchlass,
verstärkt |
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| Damm für neue B299
aufgegraben |
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Feldwegüberbrückung,
dann Lücke (je '06) |
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| 2005: um Waldsassen... |
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...merklicher
Verfall, |
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| in Tschechien
"gleiches Spiel"..., |
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...hier Cheb,
ehem.Abzweig |
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Streifzüge durchs nordöstliche Bayern
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KBS |
(1953) |
eröffnet |
Pv
bis |
Gv
bis |
Zustand / Bemerkung |
| Grenzüberschreitende
Strecken |
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| 1
Selb
Stadt - Asch |
422a* |
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evtl.
Reaktivierung; *1944 |
| 2 Wiesau -
Waldsassen - Eger |
425g |
1864f |
1986 |
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Bilder
1,2 und oben |
| Nebenbahnen |
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| S
Naila -
Schwarzenbach a.W. |
425r |
1910 |
1973 |
1994 |
siehe
Frankenwald |
| M (Münchberg-)
Helmbrechts - Selbitz |
853** |
1924 |
1976 |
1987 |
siehe
Frankenwald; **heute |
| Z
Münchberg - Zell |
419n |
1902 |
1971 |
1971 |
tw.
Radweg |
| G Falls -
Gefrees |
419k |
1902 |
1973 |
1993 |
teilweise
in Feldern abgegangen |
| B Neuenmarkt-W. - Bischofsgrün |
419h |
1896/98 |
1974 |
1993 |
tw. Radweg m. km-Steinen |
| N
Neusorg - Fichtelberg |
421c |
1890 |
1976 |
1984 |
tw. Radweg m. km-Steinen |
| L
Holenbrunn -
Leupoldsdorf |
425n |
1913 |
1975 |
1993 |
1995
klassisch wüst |
| W
Kirchenlamitz Ost - Weissenstadt |
425p |
1899 |
1972 |
1993 |
seit
99 Radweg ab Kirchenlamitz |
| H
Holenbrunn - Selb Stadt |
425k |
1914 |
1986 |
1993 |
keine
Brücke der neuen A93! |
| T Wiesau
- Tirschenreuth - Bärnau |
425h |
1903 |
1975/89 |
1984 |
untersch. km-Stein-Arten |
| F
Floß - Flossenbürg |
425d |
1913
G |
1959 |
1972 |
nur
kleines überw. Schotterstück |
| E Floß -
Eslarn |
425d |
1900/08 |
1975 |
1993 |
tw. Radweg "Bocklweg" |
| O
(Nabbg-) Oberviechtach - Schönsee |
425c |
1913 |
1976 |
1984 |
heute Radweg |
| R
Reuth -
Erbendorf |
425f |
1909 |
1972 |
1997 |
heute Kur-/Radweg |
| K
Grafenwöhr - Kirchenthumbach |
421d |
1904 |
1962 |
|
|
| A
Ranna - Auerbach |
421b |
1903 |
1970 |
1982 |
Großteils
Trassenwüstung |
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Ein riesiges Gebiet - und das soll in
einer einzigen Tagestour und auf einer kleinen Seite abgehandelt
werden? Nun ja, wirklich spektakuläre Relikte sind nicht
vorzufinden und in gewisser Weise ähneln sich die Strecken doch sehr,
besonders im Werdegang:
die erste Hälfte des schicksalhaften 20.Jahrhundert sah einen
überschaubaren Verkehr mit kleinen Dampflokomotiven (zB D VI, D XI,
98.8, 98.11),
die 50er bis 70er Jahre einen kontinuierlich abnehmenden
Personenverkehr oft schon mit Schienenbussen,
die 1980er schließlich zumeist sporadischen Güterverkehr mit
211er-Dieselloks,
in den 90ern erregt ein langsam durch alte "Bahnhofstraßen"
und bahndammbegleitende Wirtschaftswege schleichender Mercedes
argwöhnische Aufmerksamkeit der Anwohner und des bayerischen Zoll,
zugleich findet große Bautätigkeit (neue Fernautobahn A93, Abbau der
Gleisanlagen) statt
und schlussendlich ist man sich zum Jahrtausendwechsel allerorten
bezüglich des Bahntrassenradwegbaus "einig"...
Übrigens, die Region Fichtelgebirge und Oberpfälzer Wald ist nicht
so unattraktiv dass man soo schnell durchrauschen müsste...
Auffällig ist, dass von einst sieben
Fichtelgebirgsanschlüssen (ausnahmslos Stichbahnen, unten nummeriert
im Uhrzeigersinn) nur die Warmensteinacher Strecke eine gewisse
Zukunftschance besitzt - die anderen tragen teilweise schon viele
Jahre ihren Trassenradweg.
Besuche von Oktober 1995, Juli 2001, Mai 2004, September
2005, Oktober 2006, April und Oktober 2007:
M Münchberg - Zell
(Fichtelgebirgsanschluss 1/7 N)
Am Fuß des beeindruckenden
Waldsteinmassivs erinnern Dämme mit Brückchen, großteils nun mit
Radweg versehen, an den einstigen "Waldsteinexpreß",
welcher 1971 im Personen- und Güterverkehr die Segel streichen
musste. Überraschenderweise fand sich -ganz entgegen
langjähriger Karteneinträge- in Münchberg noch 2005 ein reichliches
Stück Gleis (zu einem Umspannwerk) - dank der brandneuen
Umgehungsstraße (B289) gelang ein klischeehaftes Foto "Vorfahrt
Straße". Nicht minder beeindruckend hier der Damm in einer
Flutungswiese (die Durchlässe sind einseitig vermauert und dienen
offenbar teils dem Hochwasserschutz).
Am alten Endbahnhofsgebäude erinnert das Waschbecken an
einstige Funktion.
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| Münchberg:
Flutdammdurchlass, vorne offen, hinten vermauert... |
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...schöner
Damm mit Gleis, getrennt von neuer B289 |
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Münchberg:
Vorfahrt Straße (2005)
Zell: ehemaliger
Endbahnhof, Gleisseite (2004) |
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G Falls - Gefrees
(Fichtelgebirgsanschluss 7/7 NW)
Nahe der berühmten Schiefen Ebene zweigte seit
Anfang des letzten Jahrhunderts eine kurze Stichstrecke nach Osten ab um den
mittelgroßen Ort Gefrees an die Nord-Süd-Magistrale Nürnberg - Hof
anzubinden. PtL 2/2, D XI, V20 oder V60 waren die Triebfahrzeuge (meist
in Neuenmarkt beheimatet) des Bähnels welches demnächst bereits zehn Jahre
zur deutschen Eisenbahnhistorie zu zählen ist. Auf Satelliten- und Luftbildern
(zB BayernViewer © Bayer. Landesvermessungsamt)
ist der alte Bahndamm - mittig gekreuzt und unterbrochen von der mittlerweile sechsspurig
ausgebauten A9 - noch gut zu verfolgen, in der Natur teils aber bereits schwer
auszumachen; beim Streckenbeginn entstand im Juli 2001 linkes Foto:
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| RE auf KBS
850, davor alter Bahndamm nahe Falls (2001) |
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Schienenrest;
in der Ferne Bahndamm |
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| Abgegangen
im Feld und verbreiterter A9 |
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Große
Bachbrücke vor Gefrees (je 2004) |
Linktipp: alles zur Strecke in Vorbild
und Modell auf der Seite von Thomas Englich
B Neuenmarkt-Wirsberg - Bischofsgrün
(Fichtelgebirgsanschluss 6/7 W)
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| 2004: hier
kreuzte einst die alte A9 |
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Letzter
Anschluss Tanklager - dahinter neue A9 |
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Östlich
der neuen A9 ist Trasse kaum erkennbar |
Siehe auch Extraseite Berneck -
Verlegte Autobahn und kreuzende alte Bahnlinie
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| km 9
nahe Bad Berneck (1995) |
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Verlassene
Brücke... |
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| ...mit
Schienenrest 2006 |
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Bayreuth -
Warmensteinach (Fichtelgebirgsanschluss 5/7 SW)
Diese Strecke hat als einzige eine
realistische Reaktivierungschance nicht zuletzt wegen des
Unterwegshaltes Markt Weidenberg. Neugebaute Brücke über die
im Ausbau befindliche A9, verwuchernde Brücken, fehlende Schienen,
umfunktionierte Empfangsgebäude lassen noch 2006 schwer an ihre
Wiederauferstehung glauben.
Bis in die 1960er trafen sich sogar gleichzeitig vier
Wintersportsonderzüge im großzügigen Endbahnhof - lang ists her...
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| km 20 nahe Zainhammer
(1995) |
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Massive Brücke
über die Steinach im OT Neuwelt verwachsen (2006) |
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| Lokschuppen und
Weichenruine |
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Hier einst vier
Gleise |
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Endbahnhof nun
Rathaus (je 2006) |
N
Neusorg - Fichtelberg
(Fichtelgebirgsanschluss 4/7 SO)
Schon 1976 verkehrte letztmals ein
brummelnder Schienenbus auf diesem östlich zum Fichtelgebirge
strebenden Schienenstrang (KBS 846). In der zweiten
Jahreshälfte 1984 endete dann der Güterverkehr. Situation
2006:
- Ausleitung aus Hauptstrecke durch Straßenausbau völlig
untergegangen
- Mächtiger Damm unweit nun Wirtschafts- und Radweg
- Wüstungsabschnitte und überbaute Trasse bei Grünberg (Fabriken)
- Radweg (mit restaurierten
Kilometersteinen) lässt die Steigung schön nachempfinden
- überwucherte bzw. freigebliebene Trassenteile in Fichtelberg;
Empfangsgebäude privat aber gut erkennbar
- Sehenswertes Verkehrsmuseum im Endbahnhofs- bzw. benachbarten
Fabrikgelände
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| km-Stein 7,6 vor
den Fabriken Grünberg (2006) |
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Radweg mit km-Stein unweit Mehlmeisel
(1995) |
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| Hier endet
zunächst der Fichtelnaab-Radweg BT29... |
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...um in einen
"Waldweg" überzugehen, kurz vor Fichtelberg 2007 |
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| Ehem. Gleisbereich
neben Heli-Denkmal |
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Endbahnhof nun
privat (je 2006) |
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L Holenbrunn -
Leupoldsdorf (Fichtelgebirgsanschluss
3/7 O)
Die nur 7km lange Strecke war durch und
durch durchschnittlich, mit kleineren Dämmen, Einschnitten und
Durchlässen und präsentierte sich zwei Jahre nach dem letzten
Güterzug in klassischem schottergetränkten unbewachsenen
Wüstungszustand.
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| km
5,9 bei Schönbrunn |
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Frisch ohne Gleis, mit km-Stein 9 bei Leupoldsdorf
(je 1995) |
12 Jahre später hatte sich am Wüstungszustand
offensichtlich nicht viel verändert - Bahnhofsgelände Wunsiedel im Verfall,
Bahnsteine noch herumstehend, Trassenteil von Schulgelände überbaut:
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| Schöner Damm bei Holenbrunn |
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Teils überbaut in... |
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...Wunsiedel, hier
ex-Bhf-Gleisseite (je 2007) |
W
Kirchenlamitz Ost - Weissenstadt
(Fichtelgebirgsanschluss 2/7 NO)
Während der Abzweigbahnhof an der
doppelgleisigen Dieselfernstrecke frisch gestylt auf Reisende wartet,
bietet sich die 1899 eröffnete Nebenstrecke als Wüstung mit
Kilometersteinen und gesicherten Brückchen, teils auch abgetragen
dar; um den einstigen Betriebsmittelpunkt Kirchenlamitz Stadt erinnern
in Gleisform eingebaute Pflastersteine an sieben Jahrzehnte
Personenzugverkehr. Bergwärts, gen Weissenstadt komplettiert
ein in hellem Muschelkalkschotter ausgeführter Radweg die
Eisenbahnhistorie.
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| 2004: Brücke mit
gesichertem Fußweg |
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bei km 0,9 |
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| Kirchenlamitz:
Pflastererinnerung |
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H Holenbrunn - Selb Stadt
Der südliche Teil der einstigen KBS
853 Hof - Marktredwitz verlief reizvoll östlich des Fichtelgebirges
in den Tälern der Selb und Eger, war gleichwohl mit über 500m
Meereshöhe, charakterlich eine gebirgige Nebenbahn mit insgesamt rund
150m verlorener Steigung. Die Idylle der Trasse -großteils
Radweg, mit schön gemauerten Brückchen- wird getrübt durch die
unweit verlegte Ostmarkautobahn A93, die bei Göpfersgrün bereits
kein Kreuzungsbauwerk mehr erhalten hatte. Die betriebliche
Vielfalt - von D XI über BR86, BR64, VT 70, VT 75, später VT 98, VT
614, zuletzt 211 ist lange her - letzter Güterzug verkehrte 1993
nachdem schon 1986 der letzte Personenzug seine Aufwartung gemacht
hatte.
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| Bei Sinatengrün Brücke über zwei
Wege und einen |
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Bach, oben Trasse noch wenig
bewachsen (je 07) |
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| Schneise vor
A93 (2005) |
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Wüstung mit
Stein 15 |
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Um
Kaiserhammer: erneute mehrbogige Brücke |
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| Brücke
über die Selb - Radweg (je 2004) |
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| Ehemaliges
Bw Selb Stadt - Keimzelle eines Museums? |
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Stellwerk
bei der Ausfahrt Süd (je 2004) |
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A Ranna - Auerbach
Am westlichen Rand des
Truppenübungsplatzes Grafenwöhr, in Randlage von Oberpfalz und
Veldensteiner Forst, liegt die Kleinstadt Auerbach. Erzvorkommen
hatten 1902 zum Bau einer gut 8km langen Stichstrecke nach Ranna (an der
Hauptbahn Nürnberg - Hof) geführt - als Nachfolger der hier
betriebenen längsten Drahtseilbahn Deutschlands. Nach nur 66 Jahren
wurde der Personenverkehr eingestellt (KBS 421a); auch der Güterverkehr endete
bereits 1982. Gut zwanzig Jahre nach dem Abbau der Gleise bot
sich dem Team von verkehrsrelikte.de ein typisches Bild einer
Stichbahn: ein Endbahnhofsareal mit großer freier
Parkplatzfläche, neuen Feuerwehrgebäuden; eine Trasse teils mit
Häusern überbaut, teils als Straße verwendet, der größte Teil der
Bahntrasse aber in klassischem Wüstungszustand, überraschenderweise
nicht zu sehr überwachsen, im Schotter deutlich die Rillen des
Abbaubaggers zurückgeblieben. Kein Kilometerstein, kein Signal
oder Mast überdauern, vom größten Relikt, der
Blechkastenträgerbrücke über die Pegnitz nahe des Ausgangsbahnhofs
stehen nurmehr die Betonpfeiler und -widerlager. Um den
Waldspielplatz am Ghs Hohe Tanne lässt sich der Streckenverlauf
bequem anhand des Forstweges bzw. der Anliegerstraße nachempfinden.
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| Pegnitzbrücke:
traurige Pfeilerreste |
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| Schotterwüstung
bei Rauhenstein |
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Dito bei
Sand, Schotter teils "geklaut" |
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| Ehemalige
Trasse nun Straße, hinten Brücke der B85 |
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Alter
Lokschuppen Auerbach, Gelände tw. überbaut |
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| Teils
Geräteschuppen, teils Jugendtreff (je 2004) |
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Linktipp: mehr zur Strecke
(historische Fotos) bei www.ulischubert.de
F
Floß - Flossenbürg
E Floß -
Eslarn
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| E: Klinisch reine Schotterwüstung bei km 39 unweit Lohma
(1995) |
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T Wiesau - Tirschenreuth - Bärnau
Die aktuelle offizielle Wanderkarte
gibt die Situation exakt wider: Bahnwüstung gleis- und radweglos, mit
neuer Brücke über die A93, vereinzelten Brückchen in
wunderschönster Seen- und Moorlandschaft; zwischen Bahnhof der
Kreisstadt Tirschenreuth und Liebenstein wenige Kilometer Gleis in
Insellage, später wieder Dämme und Einschnitte...
Diese Stichbahn kam etappenweise (Wiesau - TIR 1872, TIR - Bärnau
1903) und ging ebenso: Personenverkehr endete auf letztgenanntem Ast
1975, während die Kreisstadt noch bis 1989 gummilos erreichbar war;
der Güterverkehr wurde östlich Liebenstein 1984 eingestellt,
zwischen Tirschenreuth und Liebenstein 1995, das 11km lange
Anfangsstück schließlich im Frühjahr 2000. Dem Augenschein
nach ist der Gleisabbau hier gegen 2004 erfolgt; 2007 schließlich war
der Radwegbau in vollem Gange :
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| Wiesaubrücke,
noch zu Bahnzeiten gesichert |
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Radwegbau im
Gange,... |
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...nicht
unaufwändige Brückenausbesserungen (2007) |
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| Brückchen über
den Kainzbach |
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Trasse ohne Gleise |
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aber mit
Traum-Natur-Begleitung (je 2006) |
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| Spuren und
Agl-Rest |
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Baywa und EG
Tirschenreuth (verrammelt, je 2006) |
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Waldnaabbrücke
im Gleisabschnitt '06
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Abgerutschter Betonstein an Damm bei Ödwaldhausen
(1995) |
R Reuth (b.Erbendorf) -
Erbendorf
Die komplette Trasse ist 2000/01 zu
einem "Wander- und Kurweg" umgebaut worden; alle
Beton-Kilometersteine schmücken nebst netten Erläuterungstafeln den
Weg. Am Anfangspunkt ist der Abbau einer Fabrik (Schiene eines
Anschlussgleises im Wirtschaftsweg ?!) und fehlerhaft in Karten
verzeichnete Wegkreuzungen Anlass zu Irritationen; am Endpunkt stehen
Bahnaccessoires (Gleis um 90° "falsch" wiedereingebaut)
stellvertretend für den Stellenwert der Bahn auf dem Lande:
Folklore...
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| Schienenrest
(Agl verschw. Fabrik), Beginn Kurweg |
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Signale in
Erbendorf |
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Erinnerungsensemble,
aber EG abgebrochen (je 2006) |
| Friedenfelser
Industriebahn
Vom Bahnhof Reuth (b.E.)
führte zwischen 1893 und 1958 eine mehrere Kilometer lange
schmalspurige Industriebahn. Sie war erst 1900 von
Pferde- auf Lokomotivbetrieb umgestellt worden und bediente
bei Unterneumühle und Friedenfels ein Sägewerk, ein
Granitwerk und die Schlossbrauerei Friedenfels. Ihr
kleines Trassee ist als Fußweg noch vollständig erhalten,
gekrönt von einer restaurierten Brücke in Thumsenreuth:
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| Schmale
Trasse neben Felsen |
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Brücke
und Bahndamm bei Thumsenreuth |
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Trasse
vollständig ein Wanderweg (je 2006) |
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O
(Nabburg-) Oberviechtach - Schönsee
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| Steine an falscher Stelle, aber noch Gleis statt Radweg, nahe Lind
(1995) |
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Schönsee -
Raiffeisengelände: |
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Gleisreste
(2004) |
Weiterer Streifzug durch
Ostbayern:
Bodenwöhr Nord -
Neunburg vorm Wald - Rötz
Kleine Nebenbahn im Oberpfälzer Wald, östlich N. bereits 1969
stillgelegt, Trasse kurz danach großteils im Eixendorfer
Stausee untergegangen.
Bis Neunburg konnte sich Güterverkehr bis 1993 halten.
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| Bhf
Penting "Ökostation" |
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km
13 mit Zusatztafel, östlich Neunburg |
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| Trassen/
Radwegende, dahinter Damm des Eixendorfer Stausee |
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Brückenrelikt
trägt Spazierweg nahe Rötz (je 1995) |
Bayerischer Wald,
Böhmerwald:
Obwohl sich hier einige
Strecken wacker "halten", die Regentalbahn bekannt und
erfolgreich operiert, sogar zwei Grenzpunkte mit Tschechien
existieren, finden sich bei näherem Hinschauen manche Relikte der
Eisenbahnzeit: sowohl Waldmünchen als auch Cham - Lam haben
zwar regen Triebwagenverkehr, einzelne Bahnbereiche werden nicht mehr
gebraucht und verfallen:
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| Waldmünchen
- Bahnhof und Lokschuppen ohne Verkehr |
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| Miltach,
ehemaliges Bahngelände |
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Blaibach,
EG Schatten seiner selbst |
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Klassische Bahnwüstungen
findet man natürlich auf der Strecke Miltach - Bogen; ansonsten
erfreuen (noch !?) historische Betriebsgebäude
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| Kötzting,
alter Lokschuppen |
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| Bayer.Eisenstein,
Localbahnmuseum: |
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diese
Gebäude nicht vom Abriss bedroht (je 2005) |
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Literatur:
Robert Zintl, Nebenbahnen in Bayern, Stuttgart 1977
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