Frankenwald.
Ganz im Norden: der Frankenwald
Die wichtigste Strecke Lichtenfels -
Probstzella - Saalfeld mit der Frankenwaldrampe verlor glücklicherweise nie
ganz ihre Bedeutung und hat heute nach Wiederaufbau des zweiten Gleises und
durchgängiger Elektrifizierung neben langlaufenden Eurocity Mimara viele ICT
der Relation München - Berlin vorzuweisen; abzweigende Nebenstrecken hingegen
erlitten hinlänglich bekannte Schicksale (so Ludwigsstadt-Lehesten Richtung Thüringer
Schiefergebirge). Ist eine Nebenstrecke zu einem
Nahverkehrsmusterfall geworden (Naila - Bad Steben) muss dies nicht für die
einst wichtigere (grenzquerende) Fernstrecke gelten: die Höllenthalbahn
Blankenstein - Marxgrün (Viadukte, zwei Tunnel) schläft selig in Verwucherung auch wenn vielfach
eine Wiedereröffnung ins Gespräch gebracht wird (Linktipp: Höllennetz):
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| Kanzelfelstunnel:
Nordportal 1992 |
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Blechschmidtenhammer:
Steinachbrücke an fränkisch/thüringischer Grenze 2001 |
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Daneben unbedingt erwähnenswert die Schieferbahn
Ludwigsstadt - Lehesten: ehemalige Brücke über Bundesstraße von Bundeswehr in den 1970ern
gesprengt;
Grenzbrücke als Kulturdenkmal in Wanderkarte bezeichnet, neuerdings mit
schöner Tafel gewürdigt (mehr)
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Die Rodachtalbahn Kronach
- Nordhalben (ex KBS 414t / 829):
Personenverkehr wurde bis Mai 1976 geboten, Güterverkehr
(hauptsächlich Holzabfuhr) hielt sich bis in die 1990er Jahre.
Gedankenspiele zu einer Nutzung als Museumsbahn konnten
"verhindert" werden; so zeigen sich heute lediglich im
Gewerbegebiet von Kronach befahrbare Schienen einschließlich
auffälliger Beton-Kilometersteine während große Teile der parallel zu
wichtigen Talstraßen verlaufenden Trasse zuwachsen und die alten
Bahnübergänge zumeist bereits überteert worden sind. |
| Areal des zum
Verkauf stehenden Endbahnhofes Nordhalben 2001 |
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Auf der Höhe des Frankenwaldes: einstige
Stichbahn Naila - Schwarzenbach am Wald
Die Geschichte dieser reizvollen Strecke ist
schnell erzählt: 1910 eröffnet, schon 1973 letzter Personenplanzug.
Güterverkehr hielt sich immerhin bis 1994. Der jüngst erfolgte Gleisabbau, die derzeitige
Beräumung des Endbahnhofareals sowie die abwechslungsreiche und kurvige
Führung durch Feld, Wald, Wiese lohnen einen Abstecher; Beachtung verdient der
große mehrbogige Selbitzviadukt:
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| Trasse mit km-Stein |
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BayWa hier etwas abseitiger |
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Selbitzbrücke Relikthöhepunkt (je
2007) |
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Blick über eine
klassische Schottertrasse zur auf 600m Meereshöhe gelegenen Stadt
Schwarzenbach am Wald im Mai 2004 |
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Münchberg - Helmbrechts - Selbitz
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M: Weidesgrüner Tunnel Nordportal (1998):
jährl.
Tunneldisco - Großbild Südportal
2004 |
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Zwischen
Helmbrechts und Selbitz ist die Trasse vielerorts
verschwunden, sind Brücken abgetragen.
Bei Schauenstein jedoch bietet sich ein Blick auf eine schöne
Bogenbrücke (ohne Radweg) |
Nebenbahnen um Neustadt b.
Coburg:
Pressig - Tettau
Die knapp 17km lange Nebenbahn im
Frankenwald erschloss den Tettauer Winkel mit seinen Porzellan- und Glasfabriken
seit 1903. Infolge der unzähligen Grenzüberschreitungen im engen
Tettautal zwischen Bayern und Thüringen kam es in den 1950ern zur Sperrung der
auf DDR-Territorium gelegenen Streckenstücke und in Folge zu einer
Straßenroller-Güterwagenzustellung zu den bayerischen Fabriken in
Alexanderhütte und Tettau, der erst 1996 endete. Hier rangierte auf zwei
Kilometer langem Insel-Restgleis eine Kleinlok bis 1992.
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| Im oberfränkischen
Welitzsch lagen 1991 noch Gleise... |
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...bis zum abrupten
Ende,... |
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| ...eine große
Brücke noch recht unbewachsen |
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| Heinersdorf:
spartanische Bachquerung |
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Brückenruine nahe
Schauberg |
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Altes Stationsschild
(je 1992) |
Eine erneute Nachschau bei perfekten
Spätwinterbedingungen ergab 2007 eine überaus überraschende Reliktfülle;
Beweis einmal mehr, dass weniger der zeitliche Abstand zu einer Trassendemontage
als vielmehr eine günstige Bewuchslage die Ergiebigkeit bedingt. Also:
bei Heinersdorf steuert die Ruine eines Plattenbaues (Grenztruppenkaserne?) im
ansonsten idyllischen Tal Fotomotive bei, entpuppt sich der Bahndamm mit kleinen
Brückchen gespickt, voran die spitzwinklige Tettaubrücke (neben nachwendeneuer
Radwegbrücke [uralter Ortsverbindungsweg]; andererseits ist die berühmte
Tettaubrücke (hart an der Grenze) südlich Schauberg nun ihres Überbaus
beraubt, sind auch die Widerlager wegen geschäftiger Bullenweiden nicht
sinnvoll erreichbar. In Schauberg selbst rostet eine alte Draisine auf
scheinbar perfektem Gleis vor sich hin (schnell ließe sich ein kleiner
Kinderbahnbetrieb organisieren), wieder erfreuen guterhaltene Brücken, dann, im
engeren Tal wuchert der Damm zu, nicht ohne an einem Kilometerstein eine kleine
Lichtung zu bieten. Und in Sattelgrund, einem weiteren kleinen
Dorf-Zwischenhalt, ist der alte Hp-Bereich unbebaut, lugen alte Schienen
hervor. Höhepunkt schließlich Alexanderhütte: wo noch bis in die 1990er
eine Köf die über Culemeyer-Straßenroller zugestellten Güterwagen zwischen
Werksteilen der Porzellan/Glas-Fabrik rangierte (berühmtgewordener Inselbetrieb
in gebirgig-schwieriger Topographie), erinnert eine liebevoll angelegte
Blumenrabatte an die Gleise in Halbhöhenlage. Kurzum: ein dankbares,
ergiebiges Ziel, dieses Tettautal, abgelegen, idyllisch....
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| Heinersdorf: obige
Brücke neu gesehen; |
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Betonbrücke un
Plattenbau... |
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...im idyllischen
Tal Richtung Norden |
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| Spitzwinklig... |
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...oder überbaulos
über die Tettau |
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Schauberg: Gleis und
Draisine |
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Brücken stets... |
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| ...in sehr gutem
Zustand,... |
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...hier am
nördlichen Ortsausgang |
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Einsamer Stein im
Tettaugrund |
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| Sattelgrund:
einstige Bahnfläche |
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Denkmal mit Blick
Alexanderhütte / Fabrik |
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Bei Sonneberg:
Die alte Spielzeugstadt Sonneberg dicht an der
thüringisch-fränkischen Grenze war einst ein richtiger
Eisenbahnknotenpunkt. Nach Jahrzehnten des Auf-, Ab- und
Wiederaufbaus stellt sich die Lage heute so dar: die beiden
grenzüberschreitenden Linien nach Neustadt b.Co. und Burggrub waren
zu DDR-Zeiten unterbrochen worden - erstere bereits 1991
elektrifiziert wiederaufgebaut worden. Der zuletzt mit
EU-Mitteln millionenschwer errichtete Musterbahnhof Sonneberg
vermittelt nun Verkehr nur noch bis Neuhaus a.R (s.o), an die alte
Verbindung ins bayerische Burggrub an die Frankenwaldrampe (rechts
Backsteinbrücke bei Föritz 1993) erinnert immer weniger, zumal ein
Reststück in Sonneberg-Ost als Güteranschlussgleis jüngst ebenfalls
stillgelegt wurde, obwohl die stabile Steinachbrücke ganz offensichtlich noch
eine ordentliche "Nachwende-Renovierung" erhalten hatte:
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Anschluss in Sonneberg Ost
von BÜ-Anlage überbaut! |
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Alibi-Warnschild |
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Massive Steinachbrücke (je 2007) |
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| Bei Föritz 1993 |
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Bei Neuhaus 2007, die größte
Brücke abgetragen |
Neuses - Weißenbrunn
Die 1916 eröffnete nur 5km lange Stichstrecke
war nahe Kronach an die Frankenwaldrampe angebunden und verlor ihren
Personenverkehr schon 1954, ihren Güterverkehr 1994 (große Brauerei am
Endpunkt). 2005 bot die Rodachbrücke Stilllegungscharme während über
andere Trassenteile Mäntelchen des Schweigens und des Radwegs gebreitet werden
können:

Literatur:
Robert Zintl, Nebenbahnen in Bayern, Stuttgart 1977
Siegfried Bufe, Eisenbahn in Oberfranken, Bindlach 1982
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