Coburg.

Ganz im Norden Bayerns, genauer im oberen Oberfranken, liegt diese Stadt. Das war nicht immer so - Coburg war bis 1920 Teil Thüringens.  Für "uns" bedeutet das:  statt eines ostzonalen Vorpostens mit Grenztruppen-, Bezirks- und Staatssicherheitsapparaten zu DDR-Zeiten entwickelte sich die kleine Stadt zu einem Verwaltungszentrum, gefördert durch Zonenrandzuweisungen, der Verkehr jedoch war zur Zweistaatszeit sackgassenbedingt bescheiden.  Dies ist -neben insgesamt geringer Flächenbesiedlung am Rande von Schiefergebirge und Frankenwald- Grund für das Vorkommen mehrerer stillgelegter Bahntrassen.
Die Situation heute ist wieder ganz anders:  die brandneue Autobahn73 Bamberg - Suhl beehrt Coburg auch regionalverkehrsgünstig, in der Folge sind großzügige Autobahnzubringer (B289n, B303n) im Bau und auch die Schnellfahrstrecke Nürnberg - Erfurt wird irgendwann fertiggestellt sein (bei dem Bautempo aber erst in 30Jahren); die jüngere Geschichte kann mit einem Lückenschluss (wiederaufgebaute Nebenbahn nach Sonneberg/Thür.) aufwarten.

Die alten Bahntrassen, beobachtet seit 1991:

Hauptbahn Coburg - Eisenach   Werra-Eisenbahn

Dies ist die alte Werra-Eisenbahn, nach dem Krieg unterbrochen bei Görsdorf (Bahnhof in Bayern, Ort in Thüringen).
Gewaltige Trasse, schon bald nördlich Coburg überbaut; in Thüringen als Grenzkontrollzufahrtsweg missbraucht;  noch heute an vielen Stellen gut sichtbar, von der brandneuen A73 natürlich "brutalst" geteilt:

Coburg, freier alter Bahneinschnitt... ...und Dammspuren im sonst siegenden Wohngebiet (Rückertstraße) Gemauerter Wasserdurchlass und abgetragene Bahnbrücke über Bertelsdorfer Straße (je 2007)
Baumreihe ist die alte Werrabahn - zerschnitten durch A73 (2008) 2007: Feldwegdurchlass nahe Unterlauter, hier...
..Trasse gut sichtbar, teils auch ...sehr mächtiger Damm, Tremersdorf 1993
Nahe Görsdorf wunderschön gepflegte alte Bahnwärter- häuser mit Denkmalen,... ...hier der alte Bhf, auch km-Steine waren 1997 zahlreich
2008 noch gepflegter, restaurierte alte
km-Steine, Trassenfläche planer Garten
Einst direkt an Zonen-/Staatsgrenze: Wegdurchlass
am "Bahnhofsweg" Ri. Görsdorf, im Rücken...
...."Kleindenkmal" Grenzmauer

 

Ein uralter Gemeindeweg Rottenbach (Bay, bis 1920 als Teil des GHzm Coburg zum thür.Zollverein) - Heid (Thür.), der selbst im Wald heute sichtlich verfällt, hatte zu Bahnbauzeiten am hier tiefen Einschnitt eine gemauerte Brücke erhalten; sehenswerte Reste der Widerlager zeugen noch 2007, wie auch Kabelmasten von Krieg, kaltem Krieg bzw. Eisernem Vorhang:

Unten exBahn, ex-NVA-Grenzweg Oben ex Gemeindeweg-Brücke Bei Eisfeld kreuzt noch immer die (früher abzweigende) Bahn nach Sonneberg (je 2007)


Nebenbahn  Creidlitz - Rossach  (ex KBS 832, 419e, 190r)  Obere Itztalbahn

Diese wenige Kilometer lange Stichstrecke verlief nahezu komplett parallel zur autobahnähnlichen B4.  Nicht zuletzt das expandierende Stadtbusnetz der einstigen thüringischen Residenzstadt Coburg machten das Nebenbähnel entbehrlich; Personenverkehr endete schon 1984.  Abbau der Gleise und Entwidmung der Strecke folgten 2004/2005.  In diesen Jahren entstanden letzte Ehrerbietungsfotos (siehe bei Klaus Erbeck), man beachte das nun unvollständige Einfahrsignal Creidlitz.  Die Brücke trägt die B303;  eine weitere Bundesstraße als Autobahnzubringer (neue B289) beaufschlagt zusätzlich das Tal in baulicher/verkehrlicher/akustischer Hinsicht...

 
Prellbock: Ende Agl Creidlitz Schottertrasse (je 2005) Niederfüllbach, Füllbachbrücke 2007
 

Während zwischen Niederfüllbach und Untersiemau ein Radweg die Trasse "sichert", zeigt sich anhand des mächtigen Dammes der neuen B289 (A73-Zubringer) über der hier wüsten Schottertrasse die übliche Priorität:

Vorne wüster Damm, dahinter Baustelle B289n, dahinter B4, dahinter Kirche Scherneck  (2007)
Bahnhof Großheirath, vorne ehem. R / B 4 Hier war die Bahn der Kirche ganz nah  (2007)

 

 

Ebersdorf b.Co - Fürth - (DDR) - Neustadt b.Co.:   Steinachtal- bzw. Karussellbahn
Diese
Ringbahn  ist bereits im Internet mehrfach gewürdigt; als einst durch die innerdeutsche Grenze zweimal gekreuzte (und unterbrochene) Nebenbahn früh im Visier des verkehrsrelikt-Teams.  Hier nur die wesentlichsten Daten: eröffnet 1901 (Ebersdorf - Weidhausen), vollendet 1920; stillgelegt schon ab1954 (thüringisches Inselstück).  Der fränkische Abschnitt (Ebersdorf - Fürth aB) bot Personenverkehr immerhin bis 1976.  Stillegungen sind hier (Wörlsdorf-Fürth) für 1986 und 1989 (Hof-Steinach - Wörlsdorf) zu vermelden; das immerhin fast 18km lange "Reststück" hielt sich bis knapp zur Jahrtausendwende.  Viele Relikte sind aufzufinden -  erwähnenswert in Fürth a.B. "Grenz-Erinnerungs-Hotel" nahe restauriertem Bahnhof, größere Brücke über die "Steinach-Fischteich-Seenplatte" vor Wörlsdorf; bemerkenswert die "neuzeitliche" Streckenunterbrechung bei Sonnefeld (neue Umgehungsstraße) oder die Nutzung der Trasse für den Autobahnzubringer B303n (nahe Weidhausen).  Trassen-Eindrücke:

Der alte Schotter"damm" -mit Beton-Km-Stein
endet vor der neuen Umgehungsstraße 
Blick über Straße zu geringem Bahneinschnitt Vor Weidhausen ein schöner gemauerter Durchlass
(je 5/04)
Alte Trasse / Schneise
Neue Brücke - hier heute Autobahnzubringer B303n (5/04)
Vor Schneckenlohe:  alte Trasse vor Aufnahme
der Straßenbauarbeiten  (8/03)

Wie einst die Bahn, trennt heute die Bundesstraße die Orte Schneckenlohe und Mödlitz
Rampen der Abfahrt überschütten Bahndamm  (9/05)
Neue Schneise doch deutlich größer als zu 
Bahnzeiten (10/07)
Die hier früher idyllische bahnparallele Kreisstraße CO10 jetzt
überflüssig, rückgebaut zu Wirtschaftsweg  (10/07)

Nahe Leutendorf überbrückt eine stählerne Brücke
die Steinach  (9/99)
Nahe Steinach neuer Trassenweg (4/07)
Eine größere Brücke bei Wörlsdorf - rechts der Stein 21,9 (2/93) Er in Nahaufnahme (3/07)
Die Steinachbrücke, dann etwas Trasse, diese... ...aber auch in Feldern aufgegangen - rechts alter Bahnhof Fürth am Berg
Schienenrest und... ...Wegbrücke neben "Grenz-Hotel" Mupperg: Brückenreste, keine Trasse im Feld
Nach ex-Grenze Schwellenreste... ..und Pfad nach Neustadt (je 2007)


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