Rhein-Neckar. Kraichgau.
Walldorf (SAP) und Wiesloch ("-Rauenberg,
10km Stau") sind anderweitig ein Begriff, aber auch Eisenbahnrelikte sind
aufzufinden. In diesem RheinNeckar-Verdichtungsraum stoßen zwar brandneue
S-Bahn-Systeme aufeinander, vermittelten NeiTech-Regionalbahnen schnelle
Neckartal-Reisemöglichkeiten, trotzdem sind Verbindungsstrecken teils
jahrzehntelang im Wüstungsschlaf dämmernd:
Unweit des berüchtigten Walldorfer Kreuzes gab es mit der KBS 303n
zwischen 1901 und 1922 einst
eine Verbindung zwischen Wiesloch (Stichbahn vom Staatsbahnhof an der Strecke Karlsruhe-Heidelberg) und
Meckesheim (Heidelberg-Sinsheim); ein Radweg in Wiesloch mit Bachbrücke, ein
dreibogiger Steinviadukt in Schatthausen sowie
ein mächtiges Dammstück mit Wegunterführung nahe Meckesheimerhof sind
die heute noch bewunderbaren Reste. Zuvor jedoch zeugt ein unbewachsenes
Schotterbett -nebst moderner Betonbrücke über der B3- von der noch nicht so
lange zurückliegenden Güterverkehrszeit (bis Wiesloch Stadt); auch über die nahe zweite
Brücke über die B39 lässt sich der Bahnkörper verfolgen. Beim
Toprelikt, der alten Waldangelbachüberquerung erfreut ein Gleisrest und im
alten Stadtbahnhofsgelände ist die Eisenbahnzeit recht lebendig:
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| Partie bei
Wiesloch-Frauenweiler, Blick West |
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| Brücke über B3,
Blick Ost (je 2004) |
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dito über B39
(2006) |
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| 2006: Brücke über
den Waldangelbach, |
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oben die ex-Trasse, |
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| nahe ein Gleisrest
mit Weichenschutzsignal |
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Stadtbahnhof: Weichenrest und Neubebauung
(2005) |
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| Lokschuppen in
Wiesloch Stadt (2006) |
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| 2005: Der alte Bahnhof mit
Boule-Feldern |
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Vereinsheim mit Gleis-
und Bahnsteigerinnerung |
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| Altwiesloch: alte
Bachbrücke nun Radweg |
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| Schatthausen: der
großartige Viadukt... |
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...oben ein schmaler
Bahntrassenweg (je 2005) |
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Dank für viele Bilder an
Volker Lisiewicz. |
| Feldwegdurchlass,
wüst seit über 80 Jahren... (Foto 2000) |
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Auch die in Wiesloch gen Süden abzweigende
Strecke nach Waldangelloch ist seit 1965 Geschichte - großteils
überbaut, teils Wirtschafts- oder Radweg, aber auch einige kleinere
Relikte. Hier, nördlich Rauenbergs ist die wüste Trasse links
parallel zum Wirtschaftsweg nach Wiesloch zu erkennen; den Schatten im
Vordergrund erzeugt die mächtige Autobahnbrücke (A6; Foto von
2005):
Eine Stadt kämpft um ihre Bedeutung -
Heidelberg
Heidelberg war bereits sehr früh in den Genuss
der Eisenbahnanbindung gekommen - die badische Hauptbahn Mannheim - Karlsruhe -
Basel verlief über die Neckarmetropole. Später kamen teils schnellere
und kürzere Hauptbahnen hinzu, so die noch heute bedeutendere
Nord-Süd-Magistrale über Schwetzingen und Graben-Neudorf. Klar, dass die
Romantikstadt am Rande des Odenwaldes bestrebt war, ihre guten Beziehungen und
Anbindungen an Schwetzingen (die Residenzstadt) und Speyer zu behalten; es kam
daher zum Bau der Querbahn Heidelberg - Schwetzingen - Speyer (eröffnet 1873),
letztere Domstadt, in der bayerischen Pfalz gelegen, musste mittels
Rhein-Schiffbrücke erreicht werden.
Ähnlich der Situation in Maxau (Karlsruhe-Wörth) kam es auch in Speyer bis
1938 zum Bau einer festen Bahn-/Straßenbrücke; der bescheidenere
Nebenbahnverkehr konnte hier mit einem Gleis bewältigt werden, jedoch war in Speyer
nun eine neue Bahntrasse vom Bahnhof gen Rhein und Brücke notwendig, die nun im
Süden das Zentrum tangierte. 1945, nach Kriegsereignissen und
Brückenverlust, endete der rheinquerende Verkehr und wurde linksrheinisch nie
wieder aufgenommen. Die Kurzzeitneubautrasse dient schon sehr lange als
willkommene Straßensüdumgehung im Zuge der B39; der Beginn der Bahnkurve
ist heute ein umzäunter und nichteinsehbarer gebogener Privatgarten mit
"Kurvenwiese".
Das Schicksal der Bahnstrecke rechts des Rheines ist vielschichtiger;
stichwortartig seien genannt:
- Streckenbeginn in Heidelberg nach Neuerrichtung der dortigen Bahnanlagen
gegen 1910 verlegt gen Norden
- Urtrasse dann erneut und bis heute Chausse gen Schwetzinger Schloss
(Baumschulenweg)
- Neutrasse großteils Radweg mit entfernten (Unterquerung
Straßenkreuzung) oder umgewidmeten (Unterführung Rbf) Relikten (siehe Stadtverlegungen)
- Markante Relikte (Mastfundamente, Brückenwiderlager) am Rande von
HD-Pfaffengrund
- Straßen und alte Bahnwärterhäuser zwischen Eppelheim und Plankstadt
- Verkehrsknotenpunkt in neuem Umbau am Südrand von Plankstadt
Der Gesamtverkehr zwischen Heidelberg und Schwetzingen endete 1967.
Zwischen Schwetzingen (Gewerbegebiet Talhaus) und dem Rhein bei Lußhof war noch
bis 1954 Güterverkehr angeboten worden (Personenverkehr endete 1945).
Heute finden sich noch Gütergleise in Talhaus (Industriegebiet von Hockenheim)
und die Urtrasse (nördliche Umfahrung) in Speyer, sogar verlängert zum
DASA-Werk südlich der neuen Rheinbrücke.
Kleine Fotoumschau heutiger Relikte (alle Fotos
von 2004):
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| Brückenwiderlager
über der ex-RAB (heute A5) |
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Plankstadt: ex BÜ
mit ex Ottersheimer Landstr; diese vorne neu an Umgehungsstr angebunden |
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| Talhaus: zwei
Bahnbrückchen nebeneinander,... |
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...hier der Blick
von Süden |
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| Lußhof - der alte Lokschuppen |
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Mitten in einer der prosperierendsten
deutschen Gegenden - und doch fast vergessen: Rheinau - Ketsch
Die Bahn (Brühl-Ketsch eröffnet 1913) erschloss südliche Vororte von Mannheim
und ist bereits 1960 stillgelegt worden. Kümmerliche Gütergleisreste,
eingezwängt zwischen A6 und B36 verschwanden erst um die Jahrtausendwende; die
unspektakulär über Felder führende Bahntrasse lebt ansonsten großteils als
Fahrweg, stellenweise als heckengesäumte Wüstung fort:
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| Rheinau: Gleisrest
in Gewerbegebiet |
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Brücke über den
Leimbach - nun Fahrweg (2004) |
Zurück in den Kraichgau - es wird wieder
ländlicher, gemütlicher und verwucherter:
Die Katzbachtalbahn - Paradebeispiel der
veränderten Bahnzeiten
Zwischen Bruchsal an der Rheintalbahn
Karlsruhe-Heidelberg und dem vergleichsweise hochgelegenen Kraichgauort Hilsbach
wurde im Verkehrsschatten der wichtigeren Bahnen Karlsruhe bzw. Neckarsteinach -
Eppingen - Heilbronn eine Erschließungsbahn durch das Tal des Katzbaches gelegt
(eröffnet 1896/1900); sie erlitt ein typisches Schicksal ländlicher
Nebenbahnen: Personenverkehr östlich Odenheim (einziger größerer Ort)
zwischen 1960 (östlich Tiefenbach, KBS 320e) und 1986 eingestellt; nach der
Entgleisung eines Güterzuges auf dem Eichelberger Viadukt Gesamtstilllegung
zwischen Tiefenbach und Hilsbach zum 13.10.1960. Dieser Abschnitt hatte
neben besagtem Viadukt weitere größere Anstrengungen erfordert; trotzdem
finden sich heute neben Radwegteilen (bei Eichelberg) Wüstungsabschnitte
(Dämme, Einschnitte - teilweise mit Müll überschüttet), Bachdurchlässe oder
ein verstecktes privates ehemaliges Bahnhofsgebäude. Der Westabschnitt
bis Odenheim sah lange Jahre NE-Triebwagenverkehr (seit 1963 SWEG), rettete sich
aber schließlich in die "ÖPNV-Renaissance" um elektrifiziert mit
Zweisystem-Stadtbahnen in einen S-Bahn-Betrieb im Karlsruher Modellverbund
überzugehen (S31, KBS 710.3 gemeinsam mit dem zugehörigen Menzinger
Ast).
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| Der Eichelberger
Viadukt vor 1988 |
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h |
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| Einschnitt bei ex
Bf.Eichelberg Richtung Tiefenbach |
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Bachdurchlass bei
Hilsbach |
Bilder: Peter Schöler (4)
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